Title:
Abhandlungen
Creator:
Doppler, Christian Lorentz, Hendrik A.
Shelfmark:
2A 44
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1545033852700/20/
  
16 Christian Doppler. 
entzog. Da nun hierdurch die angebliche Ursache des Con- 
trastes wegfiel, so hätte auch. die Wirkung davon, nämlich das 
Erscheinen der complementären Farbe ausbleiben sollen. Dieses 
aber geschah nicht, und der Stern leuchtete vor wie nach mit 
demselben farbigen Lichte. — Damit das Mass des Wunder- 
baren endlich voll werde, hat eine Vergleichung der älteren 
Angaben Herschel’s d. Ae. mit den neuesten Struve’s noch über- 
dies bis zur Evidenz es herausgestellt, dass die Farben vieler 
dieser Doppelsterne im Verlaufe dieser Zeit sich sehr bedeutend 
und zwar auf eine Weise geändert haben, die der Vermuthung 
keinen Raum gewährt, als wäre der Grund dieser Verschiedenheit 
in. der Beschaffenheit der hier und dort angewandten optischen 
Instrumente zu suchen. Sterne, die ehemals als gelb beobachtet 
wurden, werden heutzutage als orange und roth und umgekehrt 
beschrieben, und Solche, die Herschel als vollkommen weiss be- 
zeichnet, findet ‚Struve goldfarbig, rothgrün oder auch blau- 
grün! — Kein Wunder also, wenn sich neuere Beobachter 
(siehe Mädler’s pop. Astronomie, S. 493) zu der Frage auf- 
gefordert fühlen, »ob sich denn in der That die Farben der 
Doppelsterne während der letzten 50 Jahre so gar bedeutend 
sollten geändert haben? « 
8 8. 
Eine andere, nicht minder interessante und bisher ebenso 
unaufgeklärte Erscheinung des Himmels sind die. sogenannten 
periodisch yeränderlichen Sterne. Sie kommen nach den bis- 
herigen Beobachtungen mit alleiniger Ausnahme des Sternes 
Algol im Medusenhaupte (von dem später noch die Rede sein 
wird) insgesammt darin überein, dass sie von Farbe roth sind, 
nach ihrem grössten Glanze eine Kupferfarbe annehmen, und 
indem diese allmählich sich mehr und mehr verdunkelt, endlich 
völlig unsichtbar werden und verschwinden, bis sie nach einiger 
Zeit ihren periodischen Lichtwechsel wieder von vorne beginnen, 
Auch darin kommen sie ferner mit einander überein, dass die 
Zeit ihrer Unsichtbarkeit meistentheils 3 bis 4 mal länger währt, 
als jene ihres grössten Glanzes, und endlich, dass ihre Licht- 
zunahme viel rascher vor sich gehet und weniger Zeit er- 
fordert, wie ihre Abnahme und ihr Verschwinden... Die Art 
und‘ Weise ‚der Lichtzu- und Abnahme: ist mit der. Voraus- 
setzung unverträglich, dass dieses zeitweilige Verschwinden. in 
einer Achsendrehung und ungleichen. Lichtvertheilung auf. der 
 
        

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