Full text: Abhandlungen

  
20 Christian Doppler 
»Merkwürdig,« sagt er, »ist die grosse Geschwindigkeit dieses 
Satelliten zur Zeit seines Periheliums , wo er in einem T- age 
einen Weg von 3490 Millionen Meilen. und somit in einer Ser 
cunde nahe an 40000 Meilen zurück legt, und somit fast genau 
ebenso schnell sich bewegt, wie das Licht selbst.«°) Mag man 
daher immerhin in diesem speciellen ‚Falle diesen mehr auf 
einer ungefähren Schätzung als auf genauen | Beobachtungen 
beruhenden Angaben keinen grossen Grad von Genauigkeit 
zuschreiben: so geht doch jedenf: alls aus selben so viel hervor, 
dass die Annahme einer Geschwindigkeit von 33 bis 19000 
Meilen in der: Secunde, mit‘ welcher ein oder der andere der 
Fixsterne sich bewegen mag, weder für unwahrscheinlich, noch 
für im mindesten übertrieben zu halten ist. 
8 10. 
Es ist gewiss im höchsten Grade auffallend, dass wir ge- 
rade nur an jenen Himmelskörpern so bedeutende Veränder- 
ungen in Farbe und Intensität des Lichtes wahrne ;hmen, bei 
denen wir entweder zu Folge unmittelbarer Beobachtung eine 
ganz ausserordentlich grosse Geschwindigkeit ihrer Bewegung 
Voranszuseizen berechtigt sind, oder aber, bei welchen wir diese 
vermöge aller Analogie voraussetzen können, während bei allen 
übrigen Gestirnen des Himmels, die wir vergleichungsweise für 
ruhende oder wenigstens für viel minder schnell sich bewegende 
anzunehmen genöthigt sind, solche Erscheinungen ohne Ausnahme 
nicht vorkommen. Man fühlt sich daher sehr zu der Meinung 
hingezogen, dass sämmtliche Gestirne des Himmels an und 
für sich im weissen oder schwach gelblichen Lichte schimmern, 
und dass, wenn dieses bei einzelnen anders gefunden wird, 
ein Grund dafür bestehen müsse, welcher mit der grossen Ge- 
schwindigkeit ihrer Bewegung höchst wahrscheinlich in einem 
nicht bloss zufälligen, sondern nothwendigen Zusammenhange 
steht. Es war der Zweck der gegenwärtigen Abhandlung, 
nicht etwa bloss die allenfallsige Möglichkeit, sondern die Noth- 
wendigkeit eines solchen Einflusses. der ungemein schnellen 
Bewegung der Himmelskörper auf ihre Farbe und auf die 
Intensität ihres Lichtes darzuthun, und es gewährt dem Ver- 
fasser derselben eine erfreuliche Genugthuung, die voll- 
kommenste Uebereinstimmung der 3eobachtungen, insoweit sie 
ihm ‚bekannt sind, mit. den ‚oben aufgestellten Grundsätzen 
oft selbst bis ins Detail wahrzunehmen. Es möge daher ge-
	        

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