Full text: Abhandlungen

   
  
  
  
  
Christian Doppler. 
Vermuthungen und bekannt gemachten Ergebnissen des Calcüls 
war die Geschwindigkeit des Kernes dieses Kometen zur Zeit 
seines Periheliums 80 geographische Meilen die Secunde, die 
scheinbare Länge seines Schweifes 60°, seine grösste Breite 
ungefähr 1°, die absolute Länge desselben 20 Millionen geo- 
graphische Meilen, und demnach seine Breite ungefähr 333 000 
geographische Meilen; die absolute Geschwindigkeit seiner ent- 
ferntesten Schweiftheile aber betrug nicht weniger als 15000 
geographische Meilen die Secunde. — Aus diesen Daten er- 
giebt sich nun durch eine einfache Rechnung, dass sich jener 
Cometenschweif zur Zeit seiner Sonnennähe in jeder Secunde 
um einen Winkel von nicht weniger als 2,6 Minuten gedreht 
haben müsse, und dass das Licht, um jenen 333000 Meilen 
breiten Schweif zu durchlaufen, ungefähr 7,9 Secunden Zeit 
bedurfte. Hieraus ergiebt sich denn ein rotatorischer Ab- 
lenkungswinkel von nahe 20 Minuten oder 4 Grad, und um 
so viel mussten daher auch alle durch diese Dunsthülle um 
diese Zeit etwa beobachteten Gestirne ‚von dem Keine weg 
gegen das Ende des Schweifes hinausgerückt erscheinen. — 
Die rotatorische Abweichung erscheint natürlich im vorliegenden 
Falle [425] nur unmittelbar um die Zeit des Periheliums 50 
bedeutend, denn am 25. März betrug dieselbe kaum mehr 
einer Raumsecunde. 
6. Zu den feinsten und schwierigsten Gegenständen der 
beobachtenden Astronomie wird man unstreitig die Bestimmung 
der Rotationszeit der verschiedenen Nebelsterne, der planeta- 
rischen Nebelflecken und der kosmischen Verdichtungen des 
Aethers zählen dürfen. Dass ihnen sowohl eine fortschreitende 
als auch rotirende Bewegung im Weltraume zukomme, kann 
nicht im Mindesten bezweifelt werden, da nicht nur physi- 
kalische Gründe auf das Entschiedenste dafür sprechen, sondern 
selbst abgesehen von jeder zu Grunde liegenden Bewegungs- 
ursache der Fall des Nichtbewegtseins als nur ein einziger 
unter unendlich vielen andern gleich möglichen Fällen, in 
denen sich Himmelskörper befinden können, auch nur eine 
unendlich kleine Wahrscheinlichkeit für sich hat. Dass eine 
fortschreitende Bewegung an diesen Nebelflecken von den 
Astronomen bisher noch nicht wahrgenommen wurde, hat 
offenbar theils in der ungeheuern Entfernung derselben, bei 
der nur wieder eine ungeheuer grosse Geschwindigkeit be- 
merklich wird, theils aber darin seinen Grund, dass solche 
genaue Durchmusterungen des gestirnten Himmels, wie sie hier 
  
  
	        

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