Volltext: Abhandlungen

  
  
  
  
  
  
66 Christian Doppler: 
Lichtstrahl wird in a’ Fig. 4 anlangen, und da das Auge sich 
em so einstellt, dass ‘der Punkt @ an die getroffene Stelle 
’ kommt, so wird dasselbe eine Drehung um den Winkel 
zu machen haben, während «x, was wohl zu he- 
merken ist, den Aberrations-Winkel vorstellt. — 
Aber auch diese Erklärung kann, so natürlich 
sie auch auf den ersten Anschein sich darstellt, 
eben so wenig wie eine der früheren für die 
richtige und wahre anerkannt werden. — Denn 
£ erstlich wird auch hier wieder vorausgesetzt, 
3 dass der Aether das Innere des Auges, also die 
sogenannten Feuchtigkeiten und die Krysfalllinse 
ganz ungehindert durchdringe und in seiner 
Wellenbewegung nicht im Geringsten gestört 
werde. Das höchst Unwahrscheinliche, ja Un- 
mögliche dieses Gedankens ist aber schon oben 
dargethan worden. Andererseits soll er dennoch 
wieder die [758] Retina im Punkte @’ nicht un- 
gehindert durchströmen; denn wäre dieses der 
Fall, wie könnte er auf sie einwirken und eine 
Lichtempfindung hervorrufen? — Ferner müsste die Aberration 
genau doppelt so gross sein, als sie wirklich gefunden wird, 
d; h. die halbe 40”, die ganze dagegen 80”. — Es ist nämlich, 
das Auge kugelförmig vorausgesetzt, # — 2&@, d. h. der Rich- 
tungswinkel des Auges ist doppelt so gross wie die Aberration x; 
und endlich stellte sich die unabweisbare Nothwendigkeit heraus, 
sich die neue Hilfshypothese gefallen zu lassen, dass nämlich 
die Richtung, nach der die Aethertheilchen schwingen, durch- 
aus in keinerlei Zusammenhange steht mit der Richtung des 
Lichtstrahls selber. Denn die Richtungswinkel 6 in Fig. 3 und 
Fig. 4 können vollkommen gleich sein, während die Schwingungs- 
richtungen der die Retina berührenden Aethertheilchen a’ noth- 
wendig verschieden sein müssen. Dies steht aber in directem 
Widerspruche mit der ursprünglichen sowohl, wie mit der 
neueren Undulationslehre, wie hinreichend bekannt ist. 
Der gegenwärtige Erklärungsversuch unterscheidet sich 
demnach wesentlich von dem im & 4 subsumirten Herschel’schen, 
indem dort durchwegs stillschweigend vorausgesetzt wurde, 
dass die Stellung des Auges von der jedesmaligen Schwingungs- 
richtung der benachbarten Aethertheilchen abhänge, während 
sie nach dieser Hypothese als davon unabhängig vorausgesetzt 
wird. 
 
	        

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