Full text: Augsburg, Bd. 8 (1928 / 33)

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Diarium Paul Hektar Mails von 1560—1563 
ist er in ain ewige gefängknus erkannt und geschafft worden*. er ist 
auf Barfueßerthurn gelegt worden, bis man im ain andere gefängknus 
bauet. 
Nota: er ist auf h. Kreitzerthurn gefuert und gelegt worden. 
Ainer thüt seim weib quecksilber in die suppen 
Ll 557». Auf dornstag adj. 19. marcii» hat man alhie aines Webers son, 
ain karrenziecher, auf den Branger gestölt und mit rüten ausgestrichen, 
diser hat seim elicheu weib in ainer milchsuppen, darein er quecksilber 
gethan, vergeben wollen^, aber das quecksilber ist vonstundan durch 
den stülgang on allen schaden von ir gangen v. 
*Herrnstube 
An disem dornstag nach mittag haben die Herren stubenmaister 
von der Herrenstuben die burgerschaft zusamen berüfen und inen an- 
zaigt, daß man ir, der Herren, stuben abbrechen, dem stubenknecht 
ainen gang in die Walck machen und ainen gmach darein, und daß 
man die Stuben von neuem aufbauen wiM. 
») Am donncrstag den 19. martii. d> gethan, u. ist von stundan durch den stuelgang ... 
von ir gangen. 
1. Strafbuch, 12. März 1562: „Hans Adam Tochtermann, gewesner spittl- 
maister, hat in seiner ambtsverwaltung dem Spital in vil Wege untreulich gehauset 
und demselben nit allain das seinig in güter anzal, sonder auch gemainer stat das 
ungelt abgetragen, auch des Spitals bücher und der Weinschreiber zettl radiert und 
gefelscht. und wiwol er das leben dardurch verwürckt, so hat doch ain e. rat in an- 
sehung der statlichen seinethalben von fürsten und andern ansehenlichen Personen 
beschechnen fürbitt und seiner eherlichen sreuntschaft aus gnaden erkannt, daß er 
sein leben lang vengklich enthalten und dem Spital zwai, aber dem ungelt ain 
tausend guldin, alles in gold, zu abtrag ires genomen schadens von seinen gütern 
erlegt und behalt werden sollen." Bl. 59a. 
2. Strafbuch, 19. März 1562: „Beit Schweikher von Augsipurg hat seinem weib 
quecksilber in ain suppen gethan, des fürsatzs und Vorhabens, ir damit zu vergeben, 
deshalb ain ers. rate aus gnaden erkannt, daß er mit ruten ausgehauen und der stat 
und etter verwisen werden soll." Bl. 59 b. 
3. Die Fortsetzung der Remschen Chronik in Cgm. 5052, S. 362 erzählt, daß 
man den Abbruch und Neubau der Herrenstube schon 1536 einmal ins Auge gefaßt 
hatte: „1536 beschlossen die 20 aufs der Herrnstuben und prachtens an gemaine 
gesellschaft, daß man die Stuben wolt abbrechen, neu auffpawen und ablesen, was 
zins darauff stünden, dartzu ain yeder stubengenoß halb sovil, als er steurt, ainmal 
geben sollt, wiewol es vilen nit gefiel, es maint aber he ainer, der ander würd es 
abschlagen, also bewilligt jederman paß on iren 11, die namen ain bedacht mit 
namen: Ulrich Honold, Jeronimus Rem, Hans Rem, Sebastian Seitz, Christofs 
Pfister, Wolf und Antoni Rudolf, Jörg und Laux von Stetten, Marx Ehern und
	        

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