Full text: Augsburg, Bd. 8 (1928 / 33)

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Diarium Paul Hektar Mails von 1560—1563 
*Nochmal slitt schweres Wetter 
M 569b. An disem montag zü nachts hat sich abermalen umb 11 uhr» 
ain groß weter mit donner, blitzen und ainem großen regen an 
gefangen, wölches bei ainer stund gewerkt 
Zü Gerschofen hat es dem Packhenv in sein stadel geschlagen 5 
und gar abgebrent, und [ist] im mer dann umb 600 fl schaden ge- 
schechen-. 
*Widerteuffer hinaus gefuertf 
Ll 568b. Am dornstag adj. 13. augustia hat man ain ledige dochter 
und ain jungen gesellen sampt noch zwaien garten-s55bWridern zur io 
stat hinaus gefiert, und ist in die stat verholen worden?. 
Sterbendt zu Nürnberg 
M 570a. Am montag adj. 10. augusti« seind denselben gantzen tag zu 
Niernberg 50, und am afftermontag darnach seind vor mittag 20 men 
schen an der Pestelentz gestorben?. 15 
a) montag ben 3. augusti zue nacht umb lluhrhat. b) dem decken. c) schaden gethan, 
d) den 13. äug. e) den 13. aug. 
1. Dieses Gewitter hauste besonders schrecklich in Württemberg. Davon erzählt 
dasFlugblatt:ErschrecklicheRüwe/Zytung./Warhafstiger VN gründlicher 
bericht,/wie das Wetter im Wirttenberger/land so großen schaden 
gethan hat, / einem guten Fründ / zugeschriben. / M. D. Lxij. 2 1 / l Bl. 4°. 
Demnach brach in Württemberg das Gewitter am 3. August zwischen 11 und 12 Uhr 
mittags aus, ging hauptsächlich über die Gegend „von Plochingen an das Neckertal, 
das Edel Stuckarter thal, Canstater ampt, Weidlingen vnd gantz Romstal" entlang, 
vernichtete den Bestand der Fluren, richtete großen Schaden an den Weinbergen 
an. „Ach Gott," schließt der Schreiber des Briefes, „was soll ich sagen? Wirttenberg 
ist in 100 Jaren nit so arm vnd dermassen erschlagen, Verderbt an Leib vnd Gut 
als ietzunder." Vgl. Dreytweins Eßlinger Chronik, S. 237f. 
2. Ratsdekr., 13. August 1562: „Es sollen die srembden Personen (Täufer) aus 
der stat geschasst werden, bei leibstraff sich nit mer hinnen betreten zü lassen." Bl. 59 a. 
3. Siehe Cgm. 2060, Bl. 443b, wo erzählt wird: „In disem jar ward ein zim- 
licher großer sterbent zu Nürmberg, wert das gantz jar auß und auß und schier biß 
in den maien des 1563. jars. er hett gleichwol in dem 1561. jar sein ansang, aber in 
disem 62. jähr bekam er sein rechte würckung. sonderlich ward er am größten im 
julio, augusto, september, october und November, darnach nam er von tag zu tag 
wider ab. es flohen vil der reichen aus der statt an auswendige örther, aber sie starben 
ebensowol ais die, so bliben waren, es sollen in disem sterben gestorben sein in der 
statt lazareth, Wördt und Gostenhof in summa 10345 Personen, alt und jung, aus 
genommen was sunst in dörfern geringsumb gestorben ist."—„Man hat auch in 
disem sterbendt den gotsacker bei sant Johanns erweitert von wegen der gemainen 
gruben, und es waren der krancken so vil im Brechhaus, daß man muest die im 
Frantzosenhaus herein in die statt ins Siechhaus thuen und die krancken hinüber in 
das Franzosenhaus legen, es ward ein großer, zimlicher sterb, hat manches Haus gar 
ausgeraumbt. man spüret es allenthalben an den gassen, aus dem marckt und in der
	        

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