Full text: Augsburg, Bd. 8 (1928 / 33)

188 
Diarium Paul Hektar Mairs von 1560—1563 
Man vermaint, es sei im durch seinen dochterman, doctor Johann 
Jacob Hannens angericht worden. 
Berüf sterbendts halben 
N571d. Auf sontag adj. 6. september» hat ain e. rat alhie offenlich 
auf allen Plätzen der stat durch den statvogt mit der pusaunen aus- 5 
rüfen und verpieten lassen, daß der sterbenden leuff halben kain 
burger noch inwoner diser stat niemand, er sei fraind, frembd, reich 
oder arm, jung oder alt Personen einnemen soll, er bring und zaige 
dann güte kundschaft, daß er in 4 wuchen an kainem ort, da die pesti- 
lentz regiert, gewesen sei, und sonst ander mer artickel, so man in zeit io 
der sterbenden leuf pflegt zü verpieten^. diser berüf ist gantz christlich 
und wol gestölt gewesen. 
LI571d. Nota: diser berüf ist an der stat thor angeschlagen worden^. 
Dem Herbrot etlich clainater vergant 
M 572a. Am Mittwoch adj. 30. und 31. des monats septembrisv umb ir 
2 uhr nachmittag seind dem alten Jacob Herbrot [57a] auf offner 
a) Am sonntag den 6. sept. b) Der Chronist spricht hier gedankenlos vom 31. Sept., 
den cs nicht gibt. Es wird heißen sollen: den 30. September und 1. Oktober. 
1. vr. Jakob Han von Überlingen, wohl ein Sohn des im Jahre 1568 ver 
storbenen Bürgermeisters Johann Jakob Han von Überlingen, seit 25. Oktober 1559 
mit Apollonia Mayer, einer Tochter des Konrad Mayer, verheiratet, die sich von 
ihm schied. Zimmerische Chron., ed. Barack, III, S. 249,16. Sein Wohnsitz war 
Mindelheim. 
2. Haggs Dekreten-Sammlung: „Ein ersamer rat diser löblichen stat kumbt 
in glaubwirdige ersarung, daß sich die sterbenden leuff an vilen orten gantz beschwer 
lich einreißen sollen, also daß der gerechte zorn des allmechtigen Gates von unserer 
teglichen, vilfältigen sind und unbußfertigen lebens wegen durch dise rüt wol zu 
spüren und höchlich zu befaren ist, dise stat und gemaine burgerschast möchte hiermit 
auch angegriffen werden, weliches jedoch in dem willen und urtl des ewigen Gots, 
dem kain mensch entweichen kan, gestellet. dieweil dann dise abscheuliche kranckhait 
gantz hochbeflecklich ist, dardurch ain mensch von dem andern leichtlich vergift werden 
mag und aber die menschen sich selbs nit mutwillig verwarlosen, sonder neben dem 
sie iren willen dem willen des allerhöchsten gentzlich underwerfen, inen selbs auch 
helfen und des höchsten schätz, der Vernunft, damit sie vor andern sterblichen creaturen 
begäbet sein, gebrauchen sollen, demnach gebeut ain ers. rat, (als der seine liebe 
bürgerschaft, sovil immer menschlich und müglich, gern vor nachthail und schaden 
verhüten wolt), hiermit ernstlich und will, daß nun hinfüro biß auf sein widerrüffen 
kain burger oder inwoner diser stat, wer der sei, reich oder arm, ainiche Person, so 
aus diser stat mit dem prechen befleckt, wie nahent sie ime gefraint oder verwandt 
sein mag, deßgleichen die Personen, so von andern orten, alda dise abscheuliche sucht 
eingerissen, allein oder mit irem Weib, kindern und gesinde hieher in diese stat ge 
wichen, in ire behausungen und wonungen nit einlassen, aufnehmen noch beher 
bergen sollen" usw. 6. September, Bl. 146a. 
3. Weil er nicht nur für die eigene Bürgerschaft, sondern auch für die zu den 
Toren hereinkommenden Fremden bestimmt war.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.