Full text: Augsburg, Bd. 8 (1928 / 33)

1563 
221 
Er ist am sontag zu aubents vor dem thor verspert worden, daß 
man noch nit grnndtlich wissen kan, wie er daselbsthin, da man in 
dann» ligend gefunden, komen ist. er verläßt sein weib groß schwanger 
und 3 klaine kinder, und ist ain schlechte hab verhandend. 
z *Berüfe 
Auf sontag adj. 11. juli hat alhie ain e. rat ausrufen und ver- 
pieten lassen alle aubentdäntz, ring- oder krentzelgesäng und aubent- 
feui 1 , mit weiterm vermelden und [65b] repetierung des jüngsten 
berüfs und ordnung^: wa ain Person mit diser giftigen sucht befleckte, 
io daß dieselbigen, so sie widerumb genesen, vor verscheinung 4er wuchen 
aus dem Haus, auch under die leut nit gehn oder aber 4 Wochen aus 
der stat geschafft werden sollen; wa auch in ainem Haus aineru oder 
mer Personen mit diser sucht befleckt, so sollen die noch unbefleckten 
Personen vor verscheinung obgemelter zeit auch nit under die leut 
i5 gehen, bei Vermeidung der straff, wie von befleckten gemelt ist 1 2 3 . 
a) »dann" fehlt. b) Dieser Absatz fehlt Chron. L. o> M 364 b von Mails Hand nach» 
getragen: In disein nachvolgenden monat julio, aus sonntag den 11. tag, hat ain e. rat 
den jüngst beschehen Hernes widcrumben repetieren und ausruesfen lassen: wo ain Person 
mit diser giftigen sucht befleckt usw. d) Haus «ine. 
1. „Dweil verschiner jarn aus den sonnbendfeurn, matzen- und abenttentzen, 
auch dem singen umb crentz und dergleichen gesuchten kurtzweil allerlai widerwill, 
gezenck und unainigkait entstanden, weliches dises vorstehend jar neben andern 
leichtlich daraus befarenden Übeln nit weniger zu besorgen und dann die läuf und 
fachen diser zeit one das also geschaffen, daß ain ersamer rat vor wenig wuchen nit 
unzeitlich bewegt worden, allerlai unnotwendige zusamenkunften abzuschaffen und 
zu verbieten, demnach gebeut er hiermit abermals ernstlich und will, daß sich ab 
stehender kurtzweilen menigclich in diser stat und iren ettern gentzlich bemiessigen 
und enthalten solle." Hagg s Berufsammlung, 11. Juli 1563.Bl. 152».— Vgl. oben 
S. 171, 1. 
2. S. oben S. 214,19. 
3. Wortlaut: „Weil bei disen sorglichen leufen und zeiten one das schon all- 
gerait etliche mit der sucht des prechens haimbgesucht und thails auch hingenommen 
worden, weliches noch zur zeit kain aushören hat, sonder zu besorgen ist, dweil ir 
etlich ungeacht aines ersamen rats jüngst gethaner vätterlichen Warnung soliche leut 
fürsetzlich besüchen und dann nichtsdestoweniger teglich under die gemain gehn, daß 
nit allain sie sonnder auch andere leut nach art diser erbenden kranckhait leichtlich 
befleckt, auch letstlich der lust in diser stat verunraint werden möchte, dardurch nit 
allain wider Gott, den allmechtigen, sonder auch wider die lieb des nechsten schwer 
lich gesündiget würt: demnach will ain ersamer rat sein jüngsten beruf, deßhalb 
gethan, wider erneuert und sonnderlich alle die, so an diser kranckhait gelegen oder 
aber jemands, darmit behaft, in iren Heusern gehabt, vermanet und gebotten haben, 
daß sie innerhalb den nechst darnach volgenden 4 wuchen nit under ander leut komen, 
sonder sich in iren Heusern innenhalten oder aber ain zeit und ungevar vier wuchen 
lang aus der stat ziehen, bei ernstlicher straf, die jedem übertretter mit Verweisung 
der stat oder in ander weg begegnen würt. darnach Witz sich menigclich zu richten 
und vor schaden zu verhüten." Haggs Berufsammlung, 11.Juli, Bl. 152b.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.