Full text: Augsburg, Bd. 8 (1928 / 33)

226 
Diarium Paul Hektar Mairs von 1560—1563 
und enden wie mit ainem natürlichen mann werck der unkeuschhait 
volbracht und sonst vil menschen am leib» [verletzt], auch vil linder 
gar umbracht, auch das dich hart beschediget, vil Hagel, regen und 
Wetter gemacht, darmit sie die frucht auf dem veld verderbt haben, 
und sonst andere vil böse stück gebraucht. 5 
Sterben in Venedig 
In disem monat octobris hat es zu Venedig auch angefangen, 
daß vil menschen an der pestilentz gestorben 1 . 
Spetten 2 sön gerichtf 
M 591 d. Auf sambstag adj. 13. novembrisv hat man alhie zu Augs-10 
purg des Marx Spetten, schefflers, zwen sön, so ires handtwercks 
auch scheffler und haushebig gewesen, von wegen begangens kirchen- 
und vil anders diebstals aus großem virbitten und gnaden die heupter 
abgeschlagen^. 
Alhie ain mörder gerichtf is 
M592». [67b] Auf dornstag adj. 18. novembris« hat man alhie zü 
Augspurg ainen Algewer gerichtu, wölcher bekent, daß er 8 mordt 
gethaun, darunder 4 groß« schwangere weiber, die lebendige linder 
a) „am leib“ fehlt, b) Auf farnst. den 13. nov. o) Auf donnerst, den 18. nov. ä) „ainen 
gericht von Güntzburg aus dem Algey“ Chron. B. e) „groß“ fehlt Chron. B. 1 2 * * S. 
1. Venedig wurde in dieser Zeit öfter, zum Teil sehr heftig, von der Pest heim 
gesucht. , . . 
2. Sie hießen Friedrich und Leonhard und waren, wie der Chronist richtig an 
gibt, Söhne des Schässlers Marx Spät, dem die Verwaltung des zeitweise auch 
Weinfässer bergenden kleinen „Bierftädele" übertragen war. Die beiden hatten 
Wein- und Bierfässer (mit Inhalt) entwendet, um sie zu verkaufen, andere an 
gestochen, um ihre Kannen zu füllen, und auch Holz gestohlen. Außerdem beschuldigte 
man sie, einen Einbruch in das Barchentlager des Kaufmanns Jakob Greiner ((. oben 
S. 142) und in die „Kammer" des Dominikanerpriors sowie Kirchenraub bei St. Moritz 
und in der Dominikanerkirche verübt zu haben. Vater und Mutter der Diebe standen 
im Verdacht um die eine oder andere dieser „Nahmen" gewußt zu haben. Siehe die 
Urgichten der beiden Spet vom 27. August, 1., 7., 9., 13. September 1563. — Das 
Urteil im Strafbuch, 13. November 1563, lautete: „Lenhard und Friedrich, die 
Speten, gebrüder, haben zu etlich malen in gemainer stat verwarung gebrochen, 
darein sie volgends gestigen und das vertraut güt daraus entwendet, auch falsche 
schlüssel, damit sie ain gemach eröffnet und darinnen ain namhaften diebstal 
begangen, gemacht und zugericht, derhalb ain ersamer rate aus das statlich irenhalb 
befchehen fürbit aus gnaden mit urtl und recht erkant, daß sie mit dem schwert vom 
leben zum todt gericht werden sollen." Bl. 17d. — Vgl. Gasser c. 1904.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.