Full text: Augsburg, Bd. 8 (1928 / 33)

1563 
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getragen, jämerlich umbracht, sie aufgeschnitten und 3 knäblen von 
inen geschnitten und disen kindern ire hendle und süßte abgehauen, 
wölche er zu seinen mördterlichen und diebischen thaten braucht», 
und das lest schwanger weib, so er umbracht, hat ain megdlin getragen, 
s und da er v die mutter aufgeschnitten, hab ine das kindlen angelacht, 
aber er Habs wider die erden geschlagen, mit fueßen auf es gesprungen, 
noch hab ers lang nit tödten mögen, sonder gar grausamlichen um 
bringen muessen. dises kindlin hab in allain, aber die andern gar nit 
erbarmet, er hat auch bekent, daß er vil und große diebstäl begangen, 
io Darumb ain e. rat mit urtl und recht erkent, daß er aus der stat 
sol geschlaipft und also lebendig gerädert, auch sdaß maus ain galgen 
auf das rad machen und in daran hencken solle, also ist auch die urtl 
volnstreckt worden mit klainem mitleiden des beiwesenden volckso. er 
hat an der peinlichen frag lang nichts bekennen wölken, bis man den 
i'> hencker von Ulma über in gelassen«, sda^ hat er erst anfachen zü 
verjechen*. 
M 592b. Nota: obgemelter Mörder und diebi ist nit aus dem Algäwe, 
sonder von Güntzburg bürtig gewesen«, er hat allain bekennt, daß er 
hab 8 mordt und vil diebstäl helfen thon, darumben er dann», wie 
2o obgemelt ist, gericht worden'. er soll auch deren ainer gewesen sein, 
so aines würts noch ledige dochter bei Memmingen sampt zwaien 
hieigen metzgersönen beraubt, genotzwängt und erstochen haben, 
darumb dann die zwen metzger seind zu Memmingen auch gericht 
worden^. 
a) „gebraucht" Chron. B, M. b) „er" fehlt, c) „mit klainem rnitl. des beim, volcks" fehlt 
Chron. B. d) „von Meiningen" Chron. B. e) gelassen, der hat in beschoren und ge 
badet, daß er bekent hat. 1> dieb und mürber. g) ist von Gintzburg i. A. bürtig ge 
wesen, hat Balthaß Holtzhay gehaisscn. b) darumb er dann auch. i)bie L metzger zue 
Memingcn gericht worden. 
1. Der Augsburger Nachrichter scheint den „Befragten" nicht „kunstgerecht" 
genug behandelt, sondern ihn, ohne Erfolg zu erzielen, schwer verletzt zu haben, 
denn es heißt in den Ratsdekr. unter dem 13. Oktober 1563: „Der nachrichter soll 
auch ligen bleiben, bis man sieht, wie sich des beschädigten fach anläßt, und soll nach 
ainem andern züchtiger geschrieben werden." Bl. 101 d. — 4. November: „Balthas 
Holtzhay halb soll dem züchtiger bevolhen werden, die warhait saus uns zü bringen, 
doch ime am leben kam schaden züzüfuegen." Bl. 103 d. 
2. Balthas Holtzhay, ein gürtender Landsknecht, der den Zunamen Säur führte, 
weil sein Vater, ein Metzger zu Günzburg, „ain Sprichwort an ime gehabt, daß er 
alweg gesagt: Gotz Säur." Von seinen Urgichten haben sich nur die vom 12. und 
29. Oktober erhalten. Er wurde am 12. Oktober in der schrecklichsten Weise gefoltert, 
um ihn zu Geständnissen zu bringen. „Nachdem er," heißt es am Schlüsse des Folter- 
Protokolls, „nichts bekennen wellen, ist er über ain halb stund aus befelch der Herren 
statpfleger und anderer peinlich und ernstlich mit lerer scheiben, volgends auch mit
	        

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