Einleitung
269
Jahre 1537 in den Händen des Rates und evangelischer Prädikanten
gewesen war, die Restitution der katholischen Geistlichkeit in den
meisten Kirchen der Stadt, die Begehung der kaiserlichen Geburtstags
feier im Dom am 25. Februar 1548, die verschiedenen Feierlichkeiten
und Zeremonien am Grünen Donnerstag des Jahres, die im Dom
vollzogene Weihung des neugewählten Erzbischofs von Köln am
8. April, die daselbst abgehaltene „Besingnus" des eben verstorbenen
Königs von Polen, die prunkvolle Fronleichnamsprozession am
31. Mai, die Aussegnung des auf dem Reichstag vom Tod ereilten
Konstanzer Bischofs Johann von Weeze am 14. Juni. Von welt
lichen Festlichkeiten wird nur die Belehnung des neuen Kurfürsten
von Sachsen am 24. Februar 1548, von den so wichtigen Reichs
tagshandlungen nur die Verlesung des Abschieds am 30. Juni ver
zeichnet.
Mit der Erzählung der zuletzt erwähnten Begebenheiten gewinnt
die Chronik B zeitlich Anschluß an die Chronik A, die mit dem Bericht
über die Verlesung „des kaiserlichen Ratschlages, das Interim be
treffend", beginnt 1 (15. Mai 1548) und sich weiterhin ^ oft mit B be
rührt. Einiges, was in A unter 1548 steht, wird in B einfach wieder
holt, anderes teils verkürzt, teils in mehr oder weniger veränderter
Fassung wiedergegeben. So weist B an Stelle des in A wörtlich mit
geteilten, viele Blätter einnehmenden Ratschlages, durch den man
von Seite Augsburger Pattizier den Kaiser zur Absetzung des Zunft
rates, zur Auflösung der Zünfte und Aufrichtung eines Geschlechter
regimentes zu bewegen suchte^, nur einen verhältnismäßig kurzen
Auszug aus diesem auf, der bezeichnender Weise bloß die gegen den
Bürgermeister Herbrot — Mails Todfeind — darin erhobenen
Vorwürfe enthält; die umständliche Erzählung in Chronik A von der
gegen Herbrot im Sommer 1548 wegen seiner Amtsführung auf
kaiserlichen Befehl eingeleiteten Untersuchung*, die auf eine schamlose
Erpressung des „reichen Kürschners" hinauslief, wird in Chronik B
auf ein paar Zeilen zusammengedrängt, und bei der Darstellung der
Ratsänderung am 3. August bietet die Chronik B nur einen Teil der
in A vollständig aufgenommenen Rededie der Vizekanzler Seid
1. S. 25.
2. Von S. 57 an.
3. S. 115.
4. S. 57.
5. S. 76 ff.