1547
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Voigt, was sich in disem werenden reichstag zwischen dem
landgrafen von Hessen, fund dem taffer] zügetragenhat»
*[603i>] I. Landtgrävische supplicationb 4
Darnach ist den landtgrävischen gesandten, als nemblich [ber]
5 frawin Christian«, geborne hertzogin zü Sachsen, des landgraven
gemachel, und deren dreien jungen söhnen Wilhalm, Ludwig und
Philipps, dem jüngern?, und der ritter-- und landtschaft zü Hessen
gesandten durch churfürsten, [fürsten] und gemaine stendt audientz
gegeben worden, die haben summarie erstlich fürbracht^: inmaßen
io landtgraf Philipps, der elter und gefangen, anfengklich durch baider
churfürsten Sachsen und Brandenburg schreiben bewegt worden, erstlich
gen Leipzig, darnach gen Hall zü komen und die capitulation,
zwischen der kay. may. und ime aufgericht, anzünemen. dieweil
dann über« das undu unangesehen, daß er, landtgraf, solche capitui5
lation volnzogen und, was ime darin auferlegt, gelaist, noch unaufherlich
in der kay. may. custodia und gefengknus enthalten werde, so
feie ir höchst flehende- bit, daß chur- und fürsten, auch gemaine stendt
in ansehung der langen gefengknus, und daß beider churfürsten,
Sachsen und Brandenburgs, ime seines leibs freie sicherung zügesagt
A> und versprochen, die kay. may. billich ersuechen wollten, damit er
nun erlediget werden mecht, mit lenzerer ausfuerung, auch iberantwortung
aller schrifften 4 , so von den offternanten baiden churfürsten
und dann auch dem landtgraven diser fachen shalbens hin und wider
fürgangen und geschriben.
») Der T-xt des Stückes ist verglichen mit dem in Mai r» Langen mantel lM L). b) „supplication"
ergänzt von dem Bearbeiter. v> Ergänzt aus ML. d) Ebenso „und",
e) Nach ML. In M „hochsleWgiste". 1) Sachsen u. Br-, auch gemaine stend, ML.
1. Das Stück ist genommen aus der Langenmantelschen Chronik, wo es —
wie auch in M— an falscher Stelle, nach dem jetzigen Stück I I steht. Wir haben es,
wie es die Sache erfordert, diesem vorangestellt.
2. Christine, Tochter des Herzogs Georg von Sachsen, seit 1524 vermählt,
gest. 1549. — Wilhelm, geb. 1532, Ludwig, geb. 1537, Philipp, geb. 1541.
3. Dieses „Fürbringen", das am 17. November 1547 vor den Reichsständen
verlesen wurde, war von dem Landgrafen selbst verfaßt und am 23. September
nach Hessen gesandt worden. Es ist gedruckt bei Sastrow, ll, S. 526. Vgl. zur
Sache Turba, Verhaftung und Gefangenschaft des Landgrafen Philipp von Hessen
im Archiv f. österreichische Geschichte, Bd. LXXXVH sWien 1897), ©.192 ff.;
Jßleib, Die Gefangenschaft Ph. von H. im Neuen Archiv für sächsische Gesch. usw.,
Bd. XIV <Dresden 1893), S. 219. Die Nuntiaturber. >, 10, S. 204, Anm. 2.
4. S. Sastrow, II, S. 536ff.; Turba S. 193.