Full text: Augsburg, Bd. 8 (1928 / 33)

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Paul Hektar Mairs 2. Chronik von 1547—1565 
*[604b] III. Beeder churfürsten von Sachsen und Branden 
burg schrifftlich und persönlich ersuechen bei allen reichs- 
stenden für den landtgrafen von Hessen: 
Gedruckt bei Sastrow, II, S. 552*. 
[142a] Volgt, wie die frau königin Maria einritt s 
Und auf mitwuchen» den 23. November ist frau Maria, der kay. 
mt. schwester, mit irem frauenzimer und hofgesind hiev zü Augspurg, 
auch der Herr von Pueren- mit ainem vast wolgebutztena raissigen zeug 
eingezogen, die kön. mt. und Ir mt. sün sendt ir engegen geritten, 
auch etlich fürsten und vil hispanische Herrn und sie erlich empfangen^. i» 
a) Auch in bifem jar auf initwoch, LS. b) altjie, 26. c) von der Büren, SS. d) vast 
wol gcristen, SS. 
1. Die Rede, mit der der Kaiser die Werbung der hessischen Gesandten hatte 
beantworten lassen (S. 334), nötigte die Kurfürsten von Sachsen und von Branden 
burg, auf deren Vermittlung hin sich Philipp in die Gefangenschaft des Kaisers 
gegeben hatte, nun ihrerseits den Reichsständen den hessischen Handel durch ihre 
Räte darlegen zu lassen, was schon am 26. November geschah. Inhalt nach Turba, 
I. c., S. 199: Entschuldigung wegen des hessischen Anbringens vom 17. November, 
von dem sie erst im letzten Augenblick Kenntnis erhalten hätten, Anerkenntnis, daß 
der Kaiser bei „Vollziehung der abgeredeten Capitulation" mit Philipp vollkommen 
korrekt gehandelt. Aber es waren doch „in diesen Sachen allerhandt Bei- und Neben- 
Hendel vorgefallen" — sie werden genau bezeichnet—, aus denen „Mißverstandt 
erfolget sein möchte". Doch sei dem, wie ihm wolle, so hätten jedenfalls sie, die ver- 
mittelnden Kurfürsten, alles, was sie gehandelt, nur in bester Meinung getan und 
dabei den Landgrafen vermocht, sich dem Kaiser zu stellen. Nun möge man denken, 
wie schwer es ihnen, den Kurfürsten, von allen, die „dieser Sachen unbericht", ver- 
dacht werden würde, „wenn Philipp, als einem sterblichen Menschen ainiche Leibs- 
gesahr entstünde!" Darum möchten die Reichsstände mehr aus Rücksicht auf sie, die 
Kurfürsten, als auf den Landgrafen den Kaiser um die Freilassung des Gefangenen 
bitten, und der Kaiser, indem er mehr an die ihm von ihnen, den Kurfürsten, ge 
leisteten Dienste als an das Verschulden des Landgrafen denke, sich zur Milde be- 
stimmen lassen. 
2. Maria, Gemahlin des verstorbenen Königs Ludwig von Böhmen und Ungarn, 
die jüngere Schwester des Kaisers, von 1530 bis 1555 Regentin der Niederlande, und 
mit ihr ihre Nichte Christine, verwitwete Herzogin von Lothringen. Bandenesse 
I. c. ll, S. 350: üe 21. novembre l'arcbiduc d'Austrice tut au-äevsnt de la royne 
Marie, douaigtere d’Hongrie, sa taute, laquelle arriva audict Ausbourg le 23. dudict 
moys, accompaignie du conte de Bure, du seigneur de Bossu, grand escuyer de 
Sa Majesti, de l’Svesque de Metz, de la duchesse douaigtere de Lorrayne, de la 
princesse [Anna] d’Orenges et de plusieurs dames et seigneurs; et furent au-devant 
d’elle le roy des Romains, son fröre, le Cardinal d’Ausbourg, les Slecteurs de Cou- 
longne, de Saxe et de Brandenboürg, le duc Erick de Brunswick, le prince de 
Piedmont et plusieurs princes de l’Empire; et le ducd’Alve, grand maistre d’hostel, 
et les gentilzhommes de la bouche et de la maison de Sa Majeste, y furent de la 
part d’icelles, laquelle n’y peust aller pour l’indisposition de sa goutte. eile vint 
descendre au logis de Sadicte Majest6, o£i eile tut logee et toutes ses dames, et 
treuva au bas de la porte la contesse palatine, sa niepce, et les duchesses de Bavitre,
	        

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