1552
391
an den bierbten tag. und am montag zü aubents, da zogen die fürsten
herein*. hörtzog Moritz von Sachsen in des Jacob Herbrots, gewesnen
burgermaisters», haus», margraf Albrecht d von Brandenburg» in der
flauen Vöglin Haus« und lantgraf Wilhalm von Hessen» in der frau
5 Sigmundt Welserin haus», alle auf dem HeumaE. es zogen auch
vier fehnlen knecht- mit inen herein, dariber der Herr von Haideck»
oberster war.
[163b] Volget der brief, so die fürsten an die ftat
Augspurg geschriben und was ir begern gewesen am
io ersten tag april anno 1552»
Gedruckt beiLangenmantel, Regimentshistorie S. 114ff., und
(nach dem Original richtig gestellt) in Mails Chronik^,, S. 260ff.
a) „Beweinen burgermaisters" entlehnt aus 28. b> „Albrecht" entlehnt aus 28. e>Iandsknecht.
gefar leibs und lebens gestanden, sonder auch etwas mit schimpf und verclainerung
on alle ausrichtung abziehen müessen, sich gegen obernannten chur- und fürsten
neben und mit den ausschüssen, so dazümal von der gemaind erwölt waren, in Handlung
einzulassen."
1. S. unten S. 393,4.
2. Herbrot war Bürgermeister gewesen in den Jahren 1545 und 1547. Sein
Haus jetzt das Maximiliansmuseum, D 283.
3. Albrecht Alcibiades, Markgraf von Brandenburg-Bayreuth.
4. Felicitas Arzt, die Witwe des reichen Georg Vogel, dessen Söhne 1538 in
das Patriziat aufgenommen wurden. Ihr Haus im Steuerbuch das erste Haus unter
der Rubrik „Vom Weberhaus".
5. Der Sohn des gefangenen Landgrafen Philipp von Hessen.
6. Ursula Roth, die sich 1521 mit Sigmund Welser, einem Sohn des Laux
Welser, vermählt hatte. Das Haus jetzt O 29.
7. Der breiteste Teil der jetzigen Philippine Weiser-Straße. Siehe das Bild
des Heumarkts bei Buff, Augsb.in der Ren.-Zeit, S. 61.
8. Hans von Haideck, Kriegsoberst in Diensten des Kurfürsten Moritz.
9. Inhalt des Schreibens: Die Kriegsfürsten versichern, das Ziel ihres Kriegszuges
sei kein anderes als „die Handhabung und Beschützung aller Bekümmerten
und Verdruckten", die Wiedererweckung der schwer gefährdeten, fast schon vernichteten
„alten Libertät und Freiheit der Teutschen" und die Befreiung der gefangenen
Fürsten—des Kurfürsten von Sachsen und des Landgrafen von Hessen.
Es fordert die „ehrliebenden Christen" der Stadt Augsburg auf, dahin zu wirken,
daß diese den Kriegssürsten übergeben werde, womit sie nur ihrer eigenen Wohlfahrt
dienen würden, denn es bestünde dann Aussicht, daß die vertriebenen Prädikanten
zurückkehrten, das unterdrückte Evangelium wider erweckt, die vom Kaiser aufgelösten
Zünfte wieder ins Leben gerufen, der patrizische, vor vier Jahren von
Karl V. eingesetzte Rat aufgelöst und wieder durch das Zunftregiment ersetzt würde.
Folge man dieser Aufforderung aber nicht, so sei dies der Weg, wodurch sie selbst
und die Nachkommen „in Strafen, Beschwerden und Verderben geraten würden .
Das möge man sich vor Augen halten; Neutralität sei nicht möglich.