Volltext: Augsburg, Bd. 8 (1928 / 33)

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Tiergestalten über einen fast unvorstellbaren Abgrund der Zeit hinweg zum Er- 
lebnis werden lassen. Die Bilder sind deshalb in streng erdgeschichtlicher Folge 
angeordnet, und es ist eine graphische Darstellung der Erdgeschichte mit dem Ent- 
wicklungsgang der verschiedenen Organismengruppen beigegeben. Der knappe 
Text versucht auch den Fernerstehenden in möglichst zuverlässiger Weise zum 
Verständnis der oft so rätselhaft erscheinenden Fossilien zu führen. Für manchen 
Schwaben mag das Bildbuch dazu einen Gruß bedeuten aus dem alten „Naturalien- 
kabinett“, dem jetzigen Staatlichen Museum für Naturkunde, das. leider noch nicht 
die Räume besitzt, um seine Schätze in einer Museumsschau der Allgemeinheit 
wieder zugänglich zu machen, F.B. 
R. FABRY (ft), „Bodenuntersuchung im Gelände“. Herausgegeben 
von J. L. LUTZ. Carl-Hanser-Verlag, München 1950, 141 Seiten, 3 Tafeln, 
13 Abbildungen, 24 Tabellen. Geheftet 7 DM, kartoniert 9 DM. 
„Boden“ im geologischen oder überhaupt naturwissenschaftlichen Sinn ist jene 
oberste Zone der Lithosphäre unseres Planeten, die der strukturell und stofflich 
veränderten Einwirkung klimatischer Kräfte auf das usprüngliche Gesteinsmaterial 
der Erdoberfläche und der unmittelbar darunterliegenden Zone ihre Entstehung 
und besondere Art verdankt, ihrer Mächtigkeit nach bald wenige Zentimeter, bald 
Meter umfassend.“ (E. SCHWEGLER, in Neues Jahrbuch der Mineralogie usw., 
Abh. Abt. B, Band 89 [1948], S. 349-—350.) Diese weitgefaßte Definition des Be- 
griffs Boden macht sich R. FABRY nicht zu eigen, er will vielmehr den Boden auf 
„die belebte Verwitterungsschicht der Erdrinde“ (S. 11) beschränkt. wissen. Diese 
Begriffsverengerung ist angesichts des Charakters des Buches, das sich nicht an 
den Wissenschaftler, sondern an den Praktiker, vor allem an angehende Land- und 
Forstwirte, wendet, naheliegend und verständlich. 
Dem Zweck des Buches als Anleitung zur „Bodenuntersuchung im Gelände“ 
für Schul-Arbeitsgemeinschaften entspricht Darstellung und Gliederung des In- 
halts. Hinsichtlich des Allgemeinen und Grundsätzlichen wird das Studium der 
„Bodenkunde für Schule und Praxis“ (2. Auflage 1950) desselben Verfassers vor- 
ausgesetzt. Nur in knapper Form finden die Grundbegriffe bodenkundlichen 
Arbeitens einleitend Erwähnung (S. 11—831). Der Hauptteil, die „Anleitung zur 
Durchführung einer bodenkundlichen Gemeinschaftsaufgabe“ (S. 32—-135), ist in 
mehrere Arbeitsgänge in der Reihenfolge ihres Ablaufs gegliedert. An die Ver- 
messung, Plandarstellung und Lagebeschreibung des Arbeitsgebietes schließt die 
Aufnahme und Auswertung des Pflanzenbestandes an. Dann folgen die Boden- 
untersuchung und -beurteilung und die Herstellung einer Bodenkarte. Als Ziel 
der Arbeit erstrebt der Verfasser, „daß wir über die Böden eines bestimmten 
Landschaftsausschnitts in bezug auf Bodenart, Bodenzustand und Entwicklungs- 
möglichkeit ein begründetes Urteil abzugeben imstande sind, den Gang unserer 
Arbeiten durch Belege nachweisen können und die Ergebnisse in einem zusammen- 
Fassenden Vortragsbericht sowie auf einer Bodenkarte niedergelegt haben“ (S. 6). 
Dieses Ziel zu. erreichen, dürfte bei der allgemeinverständlichen, mitunter sehr 
elementaren Darstellungsweise und der übersichtlichen Stoffaufgliederung für die 
Arbeitsgemeinschaften durchaus möglich sein. Erleichtert wird dies durch zahl- 
reiche Abbildungen und Tabellen, von denen besonders die umfangreiche Zu- 
sammenstellung bodenanzeigender Leitpflanzen. in Tabelle 6 (S. 62—74) hervor- 
gehoben sei. K. D. Adam
	        
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