Full text: Augsburg, Bd. 8 (1928 / 33)

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auch urtber denen von Nürnberg und Ulm dahaim sendt, ausgethan, 
und ist inen ain halber monatsold für den abzug bezalt worden, und 
man hat etlich ander knecht in ire lucken gestoßen. 
Auf 17. junii hat man den 6 fenlin ain monatsold bezalt» x . 
b [175b] Bon dem Güntzburger^ 
Item auf den 16. tag junii ist der haubtman Hans Georg Güntz- 
burger von Augspurg^, umb daß er in besetzte nachtwach gefallen, 
aus befelch und [im] beisein des obersten nach besetzter wach zü Ober- 
hausen^ gefencklich angenomen und des regiments provossen^ in dem 
10 leger zü betraten überantwort, auch was bei im gefunden worden, 
a) Dieser Absatz aus 2029. 
1. Verrechnet in der BR. unter dem 20. Juni: 
Zalt dem H. Sebastian Schertlin 3149 fl, 
Ludwig Schertlin 3345 fl, 
Georg Hertegen 2944 fl, 
Georg Zwicker 2705 fl, 
Hans Mang 2881 fl, 
Benedict Hermanstal 2692 fl. 
Seb. Schertlin (oberst) uff fein statt 1993 sl. 
19709 fl. 
2. S. die Einleitung S. 272. Vgl. Gaffer c. 1881; Stetten, S. 518. — 
Schertlin (Selbstbiographie) S. 111: Es „ist mir ain hauptman, genant Gintz 
burg, auß der statt Augspurg geporen, welcher zu feinem eeweib noch zwei eeweiber 
genomen vnnd sonst große bübenstück mit Weibern getriben hat, derhalb er nit in 
die statt geborst vnd zü Oberhaufen gelegen, bey nacht in mein wacht an der Wertach 
bruck vnd dann darunder an ainem fürt mit gwalt gefalln, seinen bruder mit gwalt 
durch mein wacht in die statt sueren wollen, den hab ich widerumb im dorff über 
fallen, ine gefangen in mein leger gefiert vnd under andrem mit guetlicher frag 
auß ime gepracht, daß er darumb aldaher sich gelegt, baide burgermaister Cristvff 
Lienhart Röhlinger und Melchior Jlsing, wie er mög, zu ermorden vnd umzubringen, 
umb der vnd obenerzelten feiner Mißhandlungen wegen hab ich ime lassen fein 
Haupt abschlagen, vnd hab bey ime gefunden an gelt, an kettin, an bächern vnd 
klaidern ongevarlich wert fl 400." 
3. Hans Georg Günzburger, der Sohn des Salzfertigers und Kaufmanns 
Sebastian Günzburger <tz 1548), eines wohlhabenden, aber wegen unlauterer Mani 
pulationen mit Münzen im Jahre 1518 vom Rate bestraften Mannes. Der junge 
Günzburger war der Typus der nicht wenigen „unruhigen" Augsburger Bürger 
dieser Zeit, die aus Lust an Abenteuern die ihnen lästigen Fesseln einer geregelten 
Existenz abstreiften, die Heimat verließen, ihr Glück bei den Kriegsleuten suchten, 
ein Leben in Saus und Braus führten und schmählich oder wenigstens unglücklich 
endeten. — Die Überweisung Günzburgers an das Gericht des Regimentes hat 
darin feinen Grund, daß er zunächst wegen feiner Angriffe auf die Wache desselben 
in Haft gekommen. Im übrigen war dieser Weg für den Rat, dem Günzburger 
schon viel zu schaffen gemacht, der bequemste und kürzeste, feiner endlich loszu 
werden, ohne ihn selbst „vornehmen" zu müssen. 
4. Nordwestlich von Augsburg. 
5. Hans Mörtz von Hailbrunn. S. oben S. 424, 24.
	        

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