Full text: Augsburg, Bd. 8 (1928 / 33)

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lief) und mit gemalt durch die schiltwach hat understanden zü reiten* 
und gesagt, er wöll da hindurch, oder es mieß sein leib costen. 
Item dieweil dis regiment angenomen worden, vil böser reden 
und anschleg getriben, wie ers aus disem läget wolle mit gwalt ver- 
s treiben und also damit aus altem gefaßten neid und haß? ermeltem 
obersten und gemainer stat Augspurg ain pancket schencken. das hat 
er selbs bekent, weliches zü beweisen ist. 
Zum andern hat er one peinliche Marter, als in der züchtiger 
gebunden, selbs versehen und bekent, daß er allain darumb zü Ober- 
Hausen gelegen, in willen und fürnemen, die baide Hern burgermaister 
der stat Augspurg, Hern Lienhart Christoff Rechlinger und Melchior 
Jlsing^, mit» aigner Hand umbzübringen, zu erstechen, zu erschießend, 
oder wie ers kündt züwegen bringen-, und hat darzü mit leuten 
praticiert und gehandlet, die ime darzü helfen ssolltens, und denen ain 
i5 große schanckunga zü thon verhaißen. das hat er selbs ungemartert 
bekant. 
Zum dritten, so ist er vor etlich jaren zü ainem schelmen gemacht 
und der stab über in gebrochen worden*. und da er nit- von etlichen 
diser stat oder sonst erbeten werk worden, wer ime desselbigen mals 
so sein haubt abgeschlagen worden. 
Zum vierdten hat er vor vil jaren alhie ain ehrlich, ehelich«, 
from weib, (die inr ehr und güt zügebracht), zü der ehe genomen, mit 
ir zü kürchen und stras gangen, in Augspurg etlich jar mit ir ehrlich >> 
gehaust und linder mit ir gezeugt^, aber indem er sich mit übbigkait 
ss und schändlicher, öffentlicher Hurerei vilfeltig-befleckt«, weder vatter, 
»> „alle baide mit", 26. d> „zu erstechen, zu erschießen" aus SS. e> oder wie ers thun 
künde und zu wegen bringen, 26. d) groß schencken, 26. e) und wer er sonst nit. 26. 
f) „wer" aus 26. g) ehelich, ehrlich, 26. h) mit ir etlich jar erlich, 26. 
1. S. oben S. 427 mit Anm. 2. 
2. Wahrscheinlich hatte er wiederholt vergeblich danach getrachtet, in die Dienste 
der Stadt aufgenommen zu werden, und war mit Recht oder Unrecht der Meinung, 
daß Schertlin dies verhindert habe. 
3. S. zu den beiden Bd. V I I, S. 413, 27; 409, 11. 
4. Nach verschiedenen Anhaltspunkten im Jahre 1548.— Vielleicht bezieht sich 
folgende Notiz in des Grafen Wolrad von Waldeck Tagebuch aus ihn: ,,Eodem 
(21. Juni 1548) quidam, quod incestum cum germana sorore uxoris suae (s. unten 
S. 431) comiserat, pro toro et virgis caesus, e civitate -lugusta ejectus est." S. 191. 
5. Er war zuletzt verheiratet mit Ursula Vohetzer, von der er ein Töchterlein 
hatte. Bei Gasser-Werlich, III, S. 93, heißt es, Günzburger habe „wenig Gunst" 
in Augsburg gehabt, „von wegen daß er ein Rehlingerin auß dem Eloster zu s. Eatha- 
rina zur Ehe genommen". Das müßte also eine frühere Ehe gewesen sein. 
6. Bei der Bestrafung der Ehebrüche war die Augsburger Zuchtordnung maß 
gebend, die seit 1537 eingeführt war und in der Fassung von 1553 bestimmte: Strafe
	        

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