Full text: Augsburg, Bd. 8 (1928 / 33)

1560 
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stundan bevelch geben, daß man sie baide geholet und in die Eisen 
gefuert hat*. 
Ainer ertrinckt im Lech 
Ll 496». Auf adj. 20. marcii» zenachts hat der Bastian Widenman, 
s wirt, von dem nachtmal ob ainer Hochzeit über den steg bei der Schwal- 
mülen 2 wölken haim gen, ist wol bezecht gewesen und ist ab dem steg 
in das Wasser gefallen und darin ertruncken und zu morgen frie an 
dem rechen bei der müllin gefunden worden. 
Ain weib selb erhencktf 
io M 496». Auf den sonntag letare, das ist adj. 24. marciid zü abents 
hat sich ains zimermans weib in der Fuggerei selbs erhenckt 2 . 
*Stubenmaister gewölt 
Auf freitag adj. 29. marcii haben die Herren von der Herrenstuben 
nach altem gebrauch neue stubenmaister gewühlt*. 
a) auf 20. martii. b) aus sonntag letare den 24. in. — Chronik B: aus j. letary des 
60. jars zu aubents zwischen 8 und S uhr. 
1. Das Verhör der Kunigunda Lüuttererin vom 22. März hat sich erhalten: 
„Der Raiser sei ungeferd uff der gassen zu ir kamen und also ir nach ins Haus gangen 
und sie beredt, daß sie im zü willen worden."—„Weiters hab sie nit verhandlet; 
seiirdißhertzlich laid."<Urgichtensammlung.)— Strafbuch, 26. März 1560: „Christoph 
Raiser und Kunigunda Lautterin ist begangen eebruchs halb in Eisen gelegen 
und volgendts für die straffherrn geschafft worden, gegen inen der ordnung nach zu 
handeln." Bl. 11a. — Die hier in Betracht kommende Augsburger Polizeiordnung 
von 1553 sagt bezüglich der Bestrafung des Ehebruchs: „Wurde sich jemand so schwer 
vergessen und mit übertrettung des gebots Gottes in ehebruch... fallen, der soll 
durch die verordendten straffherrn on mittel vier wachen uf ain thurn gestrafft werden 
dergestalt, daß dieselbig straff on alle gnadt volbracht soll werden, nemlich zum 
wenigsten acht tag mit dem leib; wer aber die andern drei Wochen mit dem gelt 
buchen und ablegen will, das mag er für ain jeden tag mit drei guldin thuen und 
nicht darunder." 
2. Sie gehörte dem Abt von St. Ulrich; jetzt A 346. 
3. BR. 30. März 1560: „17 kr., 1 h. dem abdecker von der frauen zü fuern, so 
sich selbst erhenckt hat." Bl. 193a. Am gleichen Tag: „2 fl maister Veiten <dem 
Hencker) von ainer frauen, so sich selbst erhenckt hat und er dieselbig in ain faß ge- 
schlagen, betzalt, davon geben 1 fl [für sein miihs und vom faß 1 fl." 
4. Die „Stubenmeister" bildeten die Spitze der sog. „Zwanziger", eines die 
Vorstandschast der „Gesellschaft von den Herren" darstellenden Ausschusses, der all 
jährlich neu gewählt wurde. Am Wahltag wurden auch die „Stubenzettel", d. h. die 
Listen aller zum Besuch der Herrenstube Berechtigten angefertigt, wie sich solche— 
der früheste vom Jahre 1416 — sporadisch mehrere erhalten haben. In diesen werden 
zuerst die vier Stubenmeister genannt— die zwei „neuen", die zwei „alten"—, dann 
folgen zunächst die Namen der Mitglieder aus den Familien der alten Geschlechter— 
der Reihe nach der Welser, Rehlinger, Langenmantel, Jlsung, Herwart, Ravenspurger
	        

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