Volltext : Augsburg, Bd. 8 (1928 / 33)

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Diarium  Paul  Hektar  Mails  von  1560—1563

Etlich  schulden  halben  aus  der  stat  gewichen
N498b.  Nota!  In  diser  wuchen  haben  sich»  der  Cristosf  Kraffter^,
Jeronymus  Zangmaister  und  David  Zangmaister  ^  schulden  halben
aus  der  stat  gethaun.
Schüßhütten  gebrochen
Ll498d.  Auf  freitag  adj.°  17.  man  bei  der  nacht  hat  man  in  dem
Schießgartenu  in  der  Handbogenschützen  Hütten^  gebrochen,  was
darinnen  gewesen,  daraus  gestolen.  auch  ist  der-  bogenschützen  keller
aufgebrochen  worden,  der  wein  aus  dem  faß  genomen;  was  sie  nit
drincken  oder  tragen  haben  mügen,  ist  ausgelassen  worden.

*Täntz  und  anderes  verboten
Auf  sontag  adj.  26.  maii  hat  ain  e.  rat  ausruefen  und  verpieten
lassen  die  abendtäntz,  raienlieder,  abentfeur*  und  alles  spil  auf  allen
blätzen  und  würtsheusern.

а)  Disen  monat  haben  sich.  b)  Jheron.  u.  David  die  Zangmaister.  o)  „adj."  fehlt.
б)  schießgraben.  e)  „der"  in  Ll  statt  „diser"  in  Is.

1.  Christoph  Craffter,  Sohn  des  Kaufmanns  Lorenz  Craffter,  seit  1542  mit
Barbara  Ehem  verheiratet,  seit  1549  Mitglied  des  großen  Rates;  tief  in  Bergwerksspekulationen ­
  verwickelt.  Die  erste  den  Crafsterschen  Bankrott  betrefsende  Notiz  in
den  Ratsdekreten  unter  dem  18.  Mai  des  Jahres.—  Vgl.  Ehrenberg,  I,  S.  244.
2.  Die  Firma  hieß  „Hans  zu  Augsburg,  Eberhart  und  Caspar  zu  Memmingen,
die  Zangmeister,  Gebrüder".  Das  Hauptgeschäft  in  Memmingen  stand  unter  der
Leitung  der  Brüder  Eberhard  und  Caspar,  eine  seit  etwa  1530  bestehende  Filiale  in
Augsburg  unter  der  des  Hans  Zangmeister,  des  jungen  (Personalia  in  Bd.  VII
S.  449,  37),  eines  Bruders  der  Genannten.  Daneben  gab  es  in  Augsburg  noch  ein
zweites  Handelshaus  Zangmeister,  an  dessen  Spitze  David  und  Hieronymus,  die
Söhne  Hans  Zangmeisters,  des  Älteren,  standen,  der  ein  Oheim  der  Brüder  Eberhard,
Caspar  und  Hans  war  und  sich  im  Jahre  1511  in  Augsburg  niedergelassen  hatte.
Zuerst  brach  das  Geschäft  von  David  und  Hieronymu  Zangmeister  zusammen,  dann
infolge  der  Krediterschütterung,  die  nun  alle  Zangmeister  traf,  dieMemmingerHauptfirma ­
  und  damit  auch  das  Zweighaus  in  Augsburg.  Der  Verlauf  dieser  Bankrotte  ist
ausführlich  dargestellt  von  Ascan  Westermann  in  dem  Aufsatz  „Die  Zahlungseinstellung ­
  der  Handlungsgesellschaft  der  Gebrüder  Zangmeister  zu  Memmingen
1560",  der  in  der  Vierteljahrsschrift  für  Sozial-  und  Wirtschaftsgeschichte,  eck.  B  au  er,
Below,  Hartmann,  Bd.  VI  (Berlin,  Stuttgart,  Leipzig  1908),  S.  400  ff.,  erchienen
  ist.
3.  Dieses  Schießhaus  (für  die  Armbrustschützen)  stand  seit  1548.
4.  Oft  wiederholter  Berus:  „Dieweil  verschines  jar  aus  den  sunbentfeuren,
raien  und  anbentdentzen,  auch  dem  singen  umb  krentz  und  dergleichen  gesuchten
kurtzweilen  allerlai  gezenck,  Widerwillen  und  unainigkeit  entstanden  und  dis  jars,  do
nit  einsechen  beschehe,  nit  weniger  zu  besorgen,  demnach  so  gebeut  ain  ersamer  rat
diser  löblichen  stat  ernstlich  und  will,  daß  sich  derselben  menigklich  jung  und  alt  in
            
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