Volltext : Augsburg, Bd. 8 (1928 / 33)

1560

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Schuestern  in  die  leben  gebrochen
M  513a.  Auf  dornstag  adj.  14.  novembera  ist  bei  der  nacht  ainem
schüster  in  sein  ladn  gebrochen,  und  feind  im  vil  schüch  daraus  gestolen
worden.
^  M  513a.  Nota!  Darvor  ist  auch  in  zwen  schüsterläden  gebrochen  >>,  vil
bar  schuech  daraus  gestolen  worden.

Dieb  ausgestrichen
Auf  sambstag  adj.  23.  november  hat  man  ainen  jungen,  Ludwig
[28a]  Falch  genant,  von  Laugingen  bürtig,  diebstals  halben  mit  rüten
io  ausgestrichen,  und  [ist]  im  die  stat  ewigclichen  verpoten  worden?

Venedisch  botten  geblindert
LI  513d.  Auf  sambstag  adj.  23.«  novembris  ist  der  postknecht  von
Hurlach?  und  der  Matheus  Fischer,  Venediger  bE,  und  ein  kaufman
von  Niernberg,  die  vil  gelts  mit  inen  gefiert  und  gen  Venedig  veri5
  reiten  wöllen,  durch  den  Einlaßt  zü  nacht  ausgelassen,  und  als  sie
zünächst  bei  dem  obern  gottsacker°  kamen,  seind  sie  von  iren  fieren
zü  fueß  verwart--,  und  ist  ainer  von  inen  dem  postknecht  seinem  roß
in  zäum  gevallen  und  das  roß  under  im  erschossen,  den  postknecht
nidergeworfen  und,  was  er  gefuert,  genomen.

L)  donnerstag  den  14.  nov.  d)  auch  zwen  schuestern  in  ire  lüden  gebrochen.  o)  auf
sambst.  den  23.  nov.  6)  verwartet.
1.  Strafbuch,  23.  November  1560:  „Ludwig  Walch  von  Laugingen  hat  etliche
diebställ  begangen,  deshalb  er  aus  gnaden  mit  ruten  ausgehauen  und  ime  die  stat
und  derselben  etter  sein  leben  lang  verboten  worden."  Bl.  26a.
2.  Hurlach,  südlich  von  Augsburg,  Amtsgericht  Landsberg.
3.  Der  Botenverkehr  zwischen  Augsburg  und  Venedig  war  zuletzt  durch  die
Botenordnung  von  1555  geregelt  worden.  Die  Zahl  der  Boten  betrug  anfänglich  8,
seit  1560  mehr.  Der  Bote  hatte  in  Augsburg  jeden  Samstag  abend  die  von  ihm  mitzunehmenden ­
  Briefe  einzusammeln  und  acht  Tage  darauf  in  Venedig  abzugeben.
Die  Hauptpunkte  der  Ordnung  sind  mitgeteilt  von  Kränzler  in  der  Zeitschr.  des
hist.  Ver.  f.  Schw.  u.  Nbg.,  III  (1876),  S.  299  ff.
4.  Der  „Einlaß"  (eine  mit  Maschinerie  ausgestattete  Zugbrücke)  in  der  Nähe
des  Hl.  Kreuztores  wurde  im  Jahre  1514  auf  Wunsch  Kaiser  Maximilians  hergestellt,
um  ihm,  wenn  er  nach  Torschluß  von  der  Jagd  zurückkehrte,  bequemen  Eingang  in
die  Stadt  zu  verschaffen.  Eine  Beschreibung  der  Brücke  bei  Kern,  Gesch.  Darstellung
des  Verteidigungstandes  usw.  der  Stadt  SSL,  S.  156.  —  Sie  diente  später—  wie  in
unserem  Falle—  auch  dazu,  die  in  der  Nacht  wegziehenden  Kaufleute  hinauszulassen.
5.  Der  jetzige  evangelische  Friedhof  an  der  Haunstetterstraße.
            
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