Full text: Augsburg, Bd. 8 (1928 / 33)

1560 
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Ceremonien von den verfolgten, auch hin und wider verschüchtert» 
gottsgelerten christen aus Hispanien der kirchen daselbst eingeleibt 
worden. 
Joannes Sylvanus Athesinus von bepstlern abtretten 
b M 519a. In disem jar hat Johannes Sylvani Athesinii, gewesner weich- 
bischoff zü Wirtzburg*, am ernstlicher beschirmer der bapstischen lehr, 
ain buechlin in druck lassen ausgehn, darinnen er anzaigt, warumb er 
von der bäpstischen lehr und abgötterei abgetreten und sich zü der lehr 
des euangelib begeben hab^. 
a) verschickten. b) evangelio. 
Königreich Tür cki- / scher art, In Affrica gelegen, sich von seiner/ 
Mahometischen Abgötterey zum Christlichen Ge / lauben nervlich 
bekhert hat, Also das der Künig sel-/ber, Wie man schreibt, mit einer 
großen anzal/seiner vnderthanen durch die Taufs mit/Christlichen 
Ceremonien der Kirchen/daselb sey eingeleibt worden /Adj.den ersten 
Julii 1560/inn nechst verschiennen/Jar rc. / Amos am VIII. Capitel: / 
Sitze, Es kompt die zeyt, spricht der Herr Herr, / Das ich einen Hunger ins Land 
schicken werde, nicht ey-/ nen Hunger nach Brodt oder Durst nach Wasser, Son-/ 
dein nach dem Wort des Herrn zu hören, Das sie hin/ vnd her von einem Mir zum 
andern von Mitternacht ge- / gen Morgen vmblauffen vnd des Herrn Wort suchen 
vnd doch nicht finden werden rc. •— Am Ende: Gedruckt zu Nürenberg durch Valentin 
Geyßler. 4. 4Bl. — Weller, Zeitungen, S. 168, Nr. 245. Dort noch eine andere 
Ausgabe. 
1. Sylvanus, gebürtig in der Etschgegend <daher Athesinus) um Trient, Hof 
prediger des Bischofs Zobel von Würzburg, mußte unter dessen Nachfolger wegen 
seiner theologischen Anschauungen fliehen, wurde in Stuttgart 1559 oder 1560 
lutherisch, fand Anstellung als Pfarrer in Calw, dann in Kaiserslautern, war seit 
1567 Inspektor zu Ladenburg, kam wegen „arianischer Ketzereien" ins Gefängnis 
und wurde nach zweiundeinhalbjähriger Hast zu Heidelberg auf dem Markte am 
23. Dezember 1572 enthauptet. S.über ihn Schelhorn, Ergötzlichkeiten aus der 
Kirchenhistorie und Litteratur, I, S. 600 ff., II, S. 511 ff., III, S. 949 ff.; D. L. 
Wundt, „Versuch einer Gesch. des Arianismus und seiner Anhänger in dem Kur 
fürstentum Pfalz in den Jahren 1568—1572" im Magazin für die Kirchen- und Ge- 
lehrtengesch. des Kurfürstentums Pfalz, I, S. 88 ff. —Aus neuester Zeit: N. P au- 
lus, „Johann Sylvan und sein tragisches Ende" in denHist.-pol. Blättern, Bd. CXXI 
(1898), S. 250 ff.; H. Rott, „Neue Quellen für eine Aktenrevision des Prozesses 
gegen Sylvan und seine Genossen" im Neuen Archiv für die Gesch. der Stadt Heidel 
berg und der rheinischen Pfalz, Bd. VIII (1910), S. 184 ff., Bd. IX (1911), S. 1 ff.; 
A. Dürr Wachter, „Die Hinrichtung Johann Sylvans" in der Zeitschr. für Kirchen- 
gesch., eck. Brieger und Beß, Bd. XXXVI (1913), S. 188ff.; C.Horn, „Johann 
Sylvan und die Anfänge des Heidelberger Antitrinitarismus" in den Neuen Heidel 
berger Jahrbüchern, herausgegeben vom hist.-phil. Verein zu Heidelberg, Bd. XVII 
(1913), S. 219 ff. 
2. ChristlicheBe./kantnus./Johannis Sylvani/Athesinl/Darinn 
von fürnembsten/streitigen Artickeln Christlicher Religion, so di-/ 
sei zeit im schwanck sein, gehandelt vnd vrsach / angezaigt wird, 
warumb ein jetzlicher gut-/hertziger Christ billich vom Babstumb ab-/ 
treten, vü aber sich der rainen lehr des /Euangelij begeben solle./
	        

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