Full text: Augsburg, Bd. 9 (1929 / 34)

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Einleitung 
die von ihm schon vorher gewonnene Gönnerschaft gelehrter Männer, 
wie des ehemaligen Stadtschreibers Dr. Konrad Peutinger und 
Hans Jakob Fuggers, für die Dauer sicherten. Es ist eine stattliche 
Reihe kleiner, größerer und großer historischer Arbeiten, die in den 
ihm noch beschiedenen sechzehn Lebensjahren seiner hurtigen, manch 
mal nur zu hurtigen Feder entflossen, darunter eine, die ihm einen 
Platz in der Zahl der namhaften Historiker seiner Zeit verleiht, näm 
lich das „Habsburgisch-österreichische Ehrenwerck", das, wie sich he 
rausgestellt hat, nicht von Hans Jakob Fugger, dem man es zuge 
schrieben, sondern von Jäger verfaßt oder wenigstens „zusammen 
gestellt" worden ist. Es lag, als er im November 1561 als städtischer 
Zöllner an der Wertachbrücke aus dem Zeitlichen schied, unvollendet 
auf seinem Arbeitstische? 
Von den vier Werken Jägers, auf die oben hingewiesen wurde, 
war eines die in diesem Bande zum Teil veröffentlichte Web er - 
chronik. Da diese nur in einer einzigen Handschrift, dem Original, 
existierte, die ihrer Bestimmung nach von der Zunft bzw. der 
Innung der Augsburger Weber unter Verschluß gehalten werden 
sollte, kam sie in früherer Zeit nur einigen wenigen außerhalb dieser 
Korporation stehenden Persönlichkeiten in die Hände und wurde 
erst, seitdem man sie den Beständen der Augsburger Stadtbibliothek 
zugeführt, bekannter. Der erste Geschichtschreiber, der ihrer gedenkt, 
ist der ältere Paul von Stetten, der sie in der seiner Geschichte 
der Reichsstadt Augsburg vorangehenden „Kurzen Nachricht von 
denen Loriptvribus Rerum Augustanarum" aufführt und dabei 
bemerkt: Das Buch „scheint von keinem gemeinen Weber, son 
dern von einem geschickten Mann... verfertigt zu sein", und aus 
der Vorrede ist zu ersehen, „daß das Meiste aus denen bey der 
Weberzunft befindlichen Urkunden genommen worden". Er habe 
es jedoch für sein Werk nicht benützen können, da es ihm „zuerst 
neulich unter die Hände gekommen", nachdem seine „Histori ... 
schon würklich unter der Presse war"? Als der jüngere Stetten 
sich nach dieser Chronik umsah, war sie schon wieder verschwunden, 
und er mußte sich mit den Auszügen begnügen, die seinerzeit 
der verdienstvolle Augsburger Ratskonsulent Eph. Friedrich Chph. 
1. S. hierzu die Ausführungen Roths, die in Bd. 47 dieser Zeitschrift er- 
schienen sind. 
2. Stetten, Gesch. der Stadt Augsburg, l, Quellenverzeichnis li, 4.
	        

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