Full text: Augsburg, Bd. 9 (1929 / 34)

Einleitung 
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Wenng daraus gemacht hatte? Auch Zapf hat sie nicht in Händen 
gehabt und beruft sich da, wo er sie aufführt, auf das Urteil des älteren 
Stetten? Zuletzt schrieben darüber Dirr in seiner schon zitierten Ab 
handlung über Jäger, in der er diesen als ihren Verfasser nachweist/ 
und Jansen in seinem Buch „Die Anfänge der Fugger", der sich 
über sie recht günstig äußert, von ihr rühmt, daß sie „auf sicherem 
historischem Material aufgebaut" sei und über manches Auskunft 
gebe, über das wir sonst nur wenig oder gar nichts wissen würden? 
Wir unseres Teils wollen vorläufig nur bemerken, daß wir dieses 
Buch hier nicht hereinnehmen, weil es eine besonders hervorragende 
historische Leistung Jägers ist, sondern deshalb, weil wir es als 
notwendig erachten, daß ein in der Augsburger Historiographie so be 
deutsam hervortretender Mann wie er in der Sammlung der Augs 
burger Chroniken wenigstens mit einem seiner wichtigeren Werke 
irgendwie vertreten ist und seine viel zitierte Weberchronik als das 
einzige erscheint, das in jeder Beziehung den Charakter einer Augs 
burger Chronik zeigt und so ziemlich alle Seiten seiner Eigenart 
zur Anschauung bringt. 
Indem wir nun das Buch zur Hand nehmen, drängt sich vor 
allem die Frage auf: wie kam Jäger, der Schuster, dazu, eine Weber 
chronik zu schreiben, nachdem solche Handwerkerchroniken doch fast 
ausnahmslos von Zugehörigen des betreffenden Handwerks her 
rühren, wie ja auch die Weberchronik von jeher ohne weiteres als 
das Werk eines Webers galt. Die Erklärung ist nicht schwer. Als 
Jäger im Jahre 1541 zum Ratsdiener gemacht wurde, hatte er dies 
wahrscheinlich zumeist dem Weberzunstmeister Mang Seitz zu 
danken, der seit 1531 Bürgermeister war, und wollte sich nun diesem, 
dem er schon vorher bei der Anlage seiner Familiengeschichte zur Hand 
gegangen/ dankbar erweisen, indem er sich erbot, die in den Zunft- 
1. Stetten d. I., Kunst-Gewerb- und Handwerksgesch. der Reichsstadt A. 
11 <A. 1788), S. 256. Er hielt die Weberchronik für eine Arbeit des Bürgermeisters 
Mang Seiz. „Mein sel. Vater," schreibt er, „hatte sie noch gesehen, wo sie aber 
hienach hingekommen ist und noch stecken möcht, ist mir unbekannt." 
2. Augsburger Bibliothek, S. 78. 
3. L. c., S. 7 ff. 
4. S. 11. 
5. Er lieferte Material zu der späteren „Beschreibung des Seitzschen Stammes, 
wie derselbe bis aus gegenwärtige Zeit kommen, zusammengetragen durch Hans 
Konrad Seitz 1649", Manuskr. auf der Augs. Stadtbibl., aufgeführt bei Zapf, 
I. c., S. 199.
	        

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