Full text: Augsburg, Bd. 9 (1929 / 34)

Schusterchronik 
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und Hanns Flennder ward auf ain turn geschafft, also saht dazumal ain 
rat zu der zunft», ir [tr] ordnung zu erhalten. 
Diser Hertzel verlüeß etlich töchtern, denen gab man auch schuech- 
knecht zu männern^, die wurden auch burgschuester, die wollten fvon 
s der ordnungj gar nix halten, sonderlich 2, die huelten knecht nach iremv 
gefallen, daß ir jeder hett 6, 8 oder 10 knecht auf einmal; in der 
teurung? arbaitetenc die knecht etwan umb das brott. dargegen hielt 
ain erbare zunft gar dapfer bei der oberkait an, und das mit gantzem 
ernst, und als man gedencken kan, so ist ainer zunft etwas darüber 
io gangen, und wann ain zunft über sied klagt, so sagten sie, ir handtie- 
rung wer ain Handel, und« ain zunft beklag sich unbillich ob inen, dann 
ir schuechwaren stuenden nit hie, sondern sie mueßten sie anderstwa 
vertreiben und in andere land fiereni, und hielten gentzlich darsür, ain 
rat würd inen den Handel nit entnemen, dann ander stett sein fro 
is weren«. es wer doch jedermann der Handel frei 3 und ungesperrt, auch 
in andern stetten; es wär nit gut, den Handel aus den stetten zu ver 
treiben. und auf ain zeit kam ain regementsherr von [26a] Jnspruck in 
dise statt, hieß der von Stadion, den rueften die bürgschuester umb 
hilf an, dieweil sie doch dem könig Maximilian sein landschafft Tirol 
20 mit irer arbait versehen und zufürten und dem könig an den zöllen 
nützlich weren, als er auch thet. aber die zwen bürgschuester kamen 
darobd schier in die Eisen, dann sie hetten ain frembde oberkait gesucht, 
aufs letzt kam die fach, als sie 18 jar* geweret hett, sdahinj, daßi zu 
baiden Parteien der Handel aufgehebt und von Hand geben ward vier 
25 Herren des rats, unverwegert bei irem spruch zu beleibeni-. dieselben 
Herren namen bedacht und underredten sich mit der oberkait, und auf 
die letzt thetten sie ain spruch, der lautet also: 
Zu dem ersten, welcher in das gebürg mit seiner arbait faren wöll, 
») den zunflen. b) ires. c) arbaitten. d) über sich. e) und was. t) dann 
ir schuechmacher nit hie stunden, anderstwa verdreiben und in ander landt fiern miesfen. 
«) sro wurden. h) kamen darob. i) daß sie. k) darbei zu beleihen. 
daß er dann nit mer dann ain werckstatt haben und es damit als ain ander zunftgenoß 
halten fülle, ungefarlich." 
1. In den Steuerbüchern finden wir in dem gleichen Haus, in dem Herzelbzw. 
feme Frau als Inwohner oder Ladeninhaber aufgeführt sind, Eberhard und Mang 
yertzel, Mathäus Wilbrecht, Leonhard Glanz, Hans Hungertaler, alle Schuster - 
-verwandte und Schwiegersöhne Peter Hertzels. 
2- Im Jahre 1491. 
3- Dirr, Studien etc., I.c., S. 193. , .. 
4. In Wirklichkeit zwanzig, da die gegen Hertzel ergangene Entscheidung, womit 
oic Sache begonnen, ins Jahr 1479 fällt.
	        

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