Volltext : Augsburg, Bd. 9 (1929 / 34)

30

Cl.  Jäger  als  Dichter
Drei  sün  gebar  sie  im  gar  schau:
Sela  und  Ger  und  auch  Onan.
Dem  ersten  sun  gab  er  Thamar,
Der  ward  getödt  von  seinem  Got,
Wann  er  war  nit  von  hertzen  frum.
Judas  den  andern  sun  der  Thamar  gab,
Derselbig  trib  daraus  den  spot,
[73b]  Ward  auch  getödt  von  Got  darumb,
An  den  baiden  hett  Got  kam  gefallen  ab.
Judas  wol  mit  der  Thamar  ret,
Sprach,  ge  hin  zu  deins  vatters  Haus.
Bleib  ain  witwe,  bis  mein  sun
Sela  gewachst,  im  ward  seer  graus.
Thamar  ginge  hin,  verdros  es  nun.
Starb  Juda  sein  weib,  das  er  hat,
Gieng  zu  seim  schefer  gen  Thimnat,
Auch  sein  clag  gleich  ain  end  het.
2.  Do  ward  der  Thamar  kundt  gethan:
Dein  schweher  zu  den  schaffen  gat.
Sie  leget  ander  klaider  an,
Sas  an  dem  weg  gar  schnell  und  drat.
Judas  fach  sie  und  kent  sie  nit,
Het  sich  verdeckt;  er  sprach:  ich  bitt
Dich,  liebe,  leg  dich  hetz  zu  mir.
Thamar  sprach,  was  geist  mir  zulest,
Das  ich  es  thu?  do  sprach  Judas:
Ain  bock  von  meiner  Herd  zum  best.
[74»]  Sie  sagt,  thu  mir  ain  Pfand,  hie  laß
Dein  fechel,  sigel  und  dein  stab,
Bis  ich  von  dir  empfang  dein  gab.
Er  gab  ir  als  und  lag  bei  ir,
Und  sie  ward  von  im  schwanger  recht.
Do  gieng  sie  schnell  wol  in  ir  Haus
Und  zoch  an  bald  wider  ir  witwenklaid.
Judas  schicket  den  bock,  nun  secht,
Den  besten  durch  sein  Hirten  aus,
Daß  er  im  brecht  die  Pfand,  sagt  im  beschaid.

367
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.