Full text: Augsburg, Bd. 9 (1929 / 34)

Cl. Jäger als Dichter 
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2. Denn wer der frombkait sich befleißt 
Und grechtigkait, derselb erweist 
Sein edel art damit. 
Kombt er schon sonst von hohem stam, 
5 So ist es im nicht fürdersam, 
Lebt er seim vatter nit 
Mit aignen thaten gleich und gmeß, 
Dann so er nit in ehren seß, 
Wirt sein lob baldt zerritt. 
3. Es kombt aim billich nit zu guet, 
Was lang vor im sein freundtschafft thuet, 
Darumb sollt wissen ihr, 
Daß frembde tugent ain nicht ziert, 
Wenn er das herrlichst Wappen führt, 
16 Das tregt ihn wenig für. 
Allain ist im das edlest lob, 
Daß er lig selbst der tugent ob 
Und halt sich nach gebür, 
4. Stell all sein thun aus zucht und ehr, 
Wirt warlich im ersprießen mer 
Bei Gott und aller weit, 
Und hält auch vil ain bessern standt, 
Denn ließ er jedem lind ain landt, 
Darzu ain schätz mit gelt, 
Weil solches alles ist vor Gott 
On wäre frombkait nichts dann spott, 
Wie uns die schlifft vermeldt. 
5. Was Hilsts aim, der von edlem bluet 
^ Absteiget und nichts ehrlichs thuet, 
Noch nach der tugent wirbt? 
Der läßt schwach hinder im auf erd, 
So lang sein gschlecht und namen wert, 
Bis daß er gar abstirbt». 
») So in bet Handschrift, wo der Schreiber offenbar brei Zeilen, die noch folgen sollten, 
weggelajjkn hat.
	        

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