Full text: Augsburg, Bd. 9 (1929 / 34)

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Weberchronik von Clemens Jäger 
staubt im reich zu haben getrachtet, denselben auch mit der zeit, (wie 
sie sonst auch,» was sie begeren, erwerben), erlangt haben* und nach 
mallen den orden von sich geton, den weltlichen stand geliept und von 
den bäbsten erworben, daß sie ire bischöf selbs erwöllen mügen, wie 
sie dann noch bei inen im geprauch haben, in wölicher wähl der stött, 
darinnen sie ir bischöfliche sitz habend, mit treuen wenig gedacht 
wirbt, und obschon die römischen kaiser oder könig für amen, [10b] [in] 
zu dem bistumb zu erwöllen, flechentlich Litten und anhalten, so gült 
es doch bei inen nicht mer, dann sovil dem babst und inen gesellig ist. 
und wo schon am guthertziger Herr zu ainem bischof von inen erwölt 
wirbt, sod wirt er doch mit aidtspflicht und statuten,? vorhin darauff 
gemacht, dahin getrungen, daß er nichts dann gute wort, und dannoch 
dieselben nach dem schmölisten, mit willen seines capitels den stötten 
des reichs und sonderlich denen stötten, darinnen sie ire bischöflichen 
sitz haben, beweisen mag und tarf, wie es dann laider, Gott wöll es 
besseren, hell und klar am tag ligt, das alles, wo es bei dem alten, 
rechten kaiserlichen geprauch beliben were, mit Nichten so grob be- 
schehen möcht. 
Damit ich nun wider aufs die recht materi diser Historien kome: 
als unser bischof Udalricus durch den kaiser der fachen zeitlich berichtet 
was und der Hungern ankunft, so durch das Curertal herab zugen,^ 
durch gute kuntschafft vernomen hett, hat er seine fraindt und alle 
vom adel, so in dem gezirck umb die statt Augspurg in dem landt zu 
Schwaben gesessen waren, beriefst und sie° zu dem höchsten, daß sie 
ire weib, linder und gueter, domit sie nicht dem grausamen Haussen 
der Ungarn, so sie aufs dem landt beliben, zu ainem raub werden 
möchten, zu im in die statt Augspurg als in die Haupt- und mutter 
statt, metropolis genant, [brächten], gantz hefftig ermanet und ge 
fordert, daß sie ire zuflucht darein nemen sollten, der Hoffnung, daß 
sie mit hilf göttlicher gnaden mit irer habe und guetern in der statt 
Augspurg vor den tirannischen Ungern wol behuet und beschützt 
»tauch sonst, d. b) „wirbt, so" ans b. c) „beriefst und sie" aus b. 
1. Der Ausstieg der Bischöfe zu fürstlicher Stellung nahm gerade in der Zeit 
des Bischofs Ulrich durch Erwerb von Zoll- unS Münzrechten seinen Anfang. Berner, 
Zur Versassungsgeschichte der Stadt Augsburg (1879), S. 47; Meyer, Das Stadt 
buch von Augsburg (Augsburg 1872), S. VH. 
2. Durch die sog. Kapitulationen. S. hierzu Leuze, l. c., S. 99 f. 
3. Unrichtig.— S. Anm. 1 auf S. 42. 
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