Full text: Augsburg, Bd. 9 (1929 / 34)

Die Schlacht auf dem Lechfeld 955 
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fürnemens sie seiend, dem kaiser, der noch an dem antzug was, auch 
den fürsten, so im feldt jenhalb der Tonaw [gewesen] sein [unb] des 
kaisers warteten, in schrifften entdeckt und bericht geton, mit gepet, 
daß sie die uralt statt des hailligen reichs, die kirchen, auch das volck 
s vom adel, und [toet] sonst darinnen, mit hilf und rettung irer belege- 
[11b] rung nicht verlassen,» mit erbietung, daß sie inen nach allem 
vermügen getreulichen beistandt ertzaigen und beweisen wollen? 
Als nun des kaisers volck mit großen tagraisen der fürsten her, an 
der Tonau ligenbt, 2 erraicht, helt er ain versamlung und beratschlagt 
10 sich mit den fürsten, wie und wölicher gestalt den feinden abzubrechen 
sei, und ward im rat zwischen inen befunden, wölicher gestalt sie zu 
den feinden rücken und ziehen wollten, damit die feindt inen nicht 
entrinnen, und daß sie die statt Augspurg und das volck darinnen er 
ledigen und errötten möchten, und send damit aufgeprochen und 
iS habendt sich der statt Augspurg zugenehnet. als sie nun der feind 
leger und ordnung, auch menge durch kuntschafft erfaren haben, do 
hat der kaiser sein und der fürsten volck in Haussen und legionen aus- 
getailt und jedem sein hauptman verordnet und fürgesetzt, auch inen 
bevelch gegeben, wie und in was gestalt sie sich gegen den feinden 
M halten sollten, es hat auch der kaiser das volck in der statt durch haim- 
liche kuntschafft verstendigt, wie er sich mit dem kriegsvolck heraussen 
gegen den feinden halten wöll, daß sie darauff ir achtung haben 
wöllen und, wo es mit fug on schaden der statt gesein möcht, daß sie 
inen von der statt heraus hilf ertzaigen und beweisen wolten. und 
25 wiewol ir Hauff gegen der trügerischen macht vil zu klain und schwach 
sei, noch sollendt sie die statt in kain gefar setzen, dann sie hoffen, 
durch hilf göttlicher gnaden, den Ungren in disem streit obzusigen, 
daran sie ir leib und leben treulich setzen wolten? 
Und als der kaiser die feind hat angreiffen wollen, v hat er das 
3o volck selbs und durch seine fürsten zu dem fraintlichsten angesprochen, 
»> In den Hdfchr.: „zuverlajfen". b) „die feindt anzugreifen im fürgefefetb. 
1. Von einer solchen Botschaft der Augsburger an den König, die man nach 
der Sachlage freilich gar wohl als Faktum annehmen kann, wissen die alten Quellen 
nichts. Meisterlin aber erzählt (Q 1): „Auch so sendet sant Ulrich boten zu dem 
kaiser mit dem boten des hertzogen von Baiern und hyeß im die fach sagen vnd er- 
mant in gar fast zu dem streit und versprach jm den sig von Gates offenbarung an 
den gemainen feinden." 
2. S. oben S. 48,25. 
3. Auch von dieser Botschaft des Kaisers an das Kriegsvolk in der Stadt ist in 
den alten Quellen nichts zu finden.
	        

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