Full text: Praktischer Unterricht in der Feuerwerkerkunst für Dilettanten und angehende Feuerwerker oder Vollständige Anweisung alle Arten von Land-, Wasser- und Luftfeuerwerken, sowie auch Feuerwerke zu Luftballons, auf Theatern und zu Kriegsbedürfnissen zu verfertigen, aufzustellen und abzubrennen

101 
damit man nach Einbringung der nöthigen Pulvermenge zum Aus 
stöße den Champignon zubinden könne. Damit der Ausstoß sich 
leicht entzünde, läßt man beim Zubinden einige kurze Dochtendcn 
von dem Pulver ausgehen, und sorgt dafür, daß diese Enden beim 
Einbringen in den Topf nach unten zu liegen kommen, damit das 
Feuer, welches sich durch das Loch im Fuße communicirt, diese En 
den fasse, den Ausstoß entzünde und die Garnitur in demselben Mo 
mente zum Topfe hinaustreibe. Damit die Garnitur sich leicht ent 
zünde, wirst man auf den Champignon einige leicht entzündliche Ma 
terie, und auf diese die in den Tops zu bringende Garnitur. 
§. 112. Römische Kerzen. 
Römische Kerzen nennt man Raketen, welche periodenwcise 
Sterne in die Luft schleudern. 
Man macht aus der Composition zu den Sternen der römi 
schen Kerzen kleine massive Cylinder, ähnlich der Fig. 2. XX., und 
zwar mit der Form Fig. 9. I. Man löset die Composition mit 
Gummi und Branntwein auf, wie den Teig zu den Leuchtbomben, 
jedoch so dick, als immer möglich; nimmt dann die Form (9.1.) und 
ihren Ring (18.1.). Letzterer hat inwendig den äußern Durchmes 
ser der Enden der Form (9.1.). Die Höhe des Theiles a ist gleich 
seinem Durchmesser, und derTheil b ist noch Imal so hoch. Den Ring 
macht man aus Kupfer oder Weißblech, jedoch lieber aus Kupfer, 
weil er so fester ist und nicht so leicht rostet. Man bringt den Ring 
auf den Theil a, füllt dann den leeren Theil des Ringes mit dem 
Teige, drückt tüchtig darauf, zieht a aus dem Ringe und steckt d 
hinein, wodurch man den geformten Stern aus dem Ringe heraus 
treibt, indem der Theil b so lang als der Ring ist. Dann rollt 
man über einem Stocke, der l-j% vom Durchmesser des Sternes 
zum Durchmesser hat, eine Patrone, in die der Stern bequem gehen 
wird. Diese Patrone wird an einem Ende geschnürt, und mit dem 
Bodenstücke ausgeschlagen, wie bei den Fixsternen gesagt ist. Dar 
auf ladet man sie folgendermaßen: man bringt auf den Ladetisch (5. - 
1.) einen Löffel oder Kelle, einen sehr leichten Schlägel, feines Pul 
ver, Composition zu den römischen Kerzen, Sterne und zwei massive 
Ladestöcke, vom Kaliber der römischen Kerzen. Zuerst bringt man 
in die Patrone einen Ausstoß Pulver vom Gewichte des Sternes, 
darauf einen Stern und darauf eine Ladung Composition. Man 
ladet nur sehr lose, um den Stern nicht zu zerstoßen; es ist genug, 
wenn die zusammengedrückte Masse einen Diameter der Patrone hoch 
ist. Hierauf kommt wieder Pulver, ein Stern und Composition,
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.