Full text: Praktischer Unterricht in der Feuerwerkerkunst für Dilettanten und angehende Feuerwerker oder Vollständige Anweisung alle Arten von Land-, Wasser- und Luftfeuerwerken, sowie auch Feuerwerke zu Luftballons, auf Theatern und zu Kriegsbedürfnissen zu verfertigen, aufzustellen und abzubrennen

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nicht über 4 Millimeter im Durchmesser hat; Serpentose heißt sie, 
wenn der Diameter nicht über 10 Millimeter beträgt; alles was 
größer ist, wird Schwärmer genannt. 
Die Schwärmermasse wird aus einem, die Serpentose aus 
zwei und der Schwärmer aus drei Kartenblättern gemacht. 
§. 117. Petarden. 
Zm gemeinen Leben nennt man alles Petarde, was mit Ge 
räusch zerplatzt; der Feuerwerker versteht jedoch nur darunter eine 
Patrone, die mit einem dem Knalle einer Flinte ähnlichen Geräusche 
springt. Man hat zwei Arten von Petarden; die eigentliche Pe 
tarde ist eine mit Pulver, wie die Serpentose, gefüllte Patrone, aber 
ohne weitere Compvsition. Man schließt ein Ende der Patrone 
luftdicht, und läßt im andern nur ein Zündloch, worein man eine 
Lunte zum Abbrennen steckt; dann ködert man sie. 
Die zweite Art heißt Lanzenpetarde; man bringt sie als 
Schlußeffect in die Lanzen; sie sind kleiner als die vorigen, indem 
sie nur die Breite eines Kartenblattes zur Höhe haben; auch nimmt 
man nur ein einziges Kartenblatt. In der Regel haben sie 4 bis 
6 Millimeter (1J bis 2 Linien) innern Durchmesser, während die 
Größe der ersteren Art keine feste ist. 
Zu bemerken ist, daß die kleinere Petardenart nur mit feinem 
Pulver, sogenanntem Jagdpulver oder einem andern ähnlichen Pul 
ver geladen werden kann, weil grobes Pulver nicht denselben Effect 
haben, nämlich nicht so stark knallen würde. 
§. 117. Farzsterne. 
Sie stellen bei ihrem Fortgehen durch die Lust gewöhnliche 
Sterne dar, und leuchten, ehe sie zerplatzen. 
Diese Raketenart wird aus Patronen gemacht, die man im 
Drittel ihrer Höhe schnürt, wie F!g. 1. XIX. Das Ende a wird 
mit der Eomposition zu den Fixsternen (f. diesen Artikel) geladen und 
an der Mündung geködert. Das Ende d wird mit körnigem Pul 
ver gefüllt. Die Schnürung darf im Innern der Patrone nicht zu 
dicht sein, damit das Feuer des ersten Effects sich dem zweiten mit 
theilen könne. Ehe man sie zu den Garnituren anwendet, muß 
man erst eine Probe mit ihnen machen, um sich von ihrem Effecte 
zu überzeugen, damit man etwa nicht zu viel Sterncomposition ge 
nommen hat und die Patrone nicht auf der Erde platze.
	        

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