Full text: Praktischer Unterricht in der Feuerwerkerkunst für Dilettanten und angehende Feuerwerker oder Vollständige Anweisung alle Arten von Land-, Wasser- und Luftfeuerwerken, sowie auch Feuerwerke zu Luftballons, auf Theatern und zu Kriegsbedürfnissen zu verfertigen, aufzustellen und abzubrennen

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Regel auf dem Wasser, ohne sich lothrecht darauf zu erhalten. Zur 
Herstellung des Gleichgewichts muß man ein Gegengewicht gleich 
dem Gewichte des aus der Stelle getriebenen Wassers anbringen 
und dieses Gewicht findet man leicht, wenn man in einem Pluhle 
oder einem vollen großen Wasserzuber probirt, wie tief die Rakete 
einsinkt, wo man dann sieht, ob das Gegengewicht vergrößert oder 
verringert werden muß. 
Ich führe hier alles an, was in dieser Beziehung bisher gesche 
hen ist und füge überdies noch einige neue Stücke hinzu, wie die 
Wirbel, Bouquets, Couriere, Fixsterne, Körbe u. s. w. 
§. 125. Wassergarben. 
Die Wassergarben bestehen aus Raketen, ganz denen der ge 
wöhnlichen Garben gleich, nur bringt man an das der Kehle entge 
gengesetzte Ende ein Gewicht, um sie unterzutauchen, und ay die 
Kehle eine hölzerne oder pappene Scheibe, um sie damit auf dem 
Wasser zu erhalten. Fig. 3. XX. stellt eine solche Rakete vor. Ist 
die Patrone mit der nöthigen Composition gefüllt, so bringt man in 
den übrigen Theil der Patrone Sand oder eine andere gewichtige 
Masse, und zwar dem Gewichte nach gleich der Halste des Gewichts 
der gefüllten Patrone'svergl. §. 124.). 
Ist die Patrone dazu nicht lang genug, so befestigt man dieses 
Gewicht auf irgend eine Weise daran, nur so, daß es das Wasser 
nicht davon zu trennen vermag. Dann nimmt man eine Papp» 
lcheibe von dem vierfachen äußern Durchmesser der Patrone, macht 
mitten in diese ein Loch, in welches die Rakete gesteckt wird, und er 
hält damit dieselbe lothrecht in dem Wasser. 
Die Scheibe wird an die Patrone geleimt und dann mit Fett 
bestrichen. 
Ist die Scheibe geleimt, so macht man den Docht in die Ra 
kete, und versieht dieselbe mit einer Kappe, die eine kleine Röhre hat, 
um sie leicht anzünden und auf das Wasser bringen zu können. 
§. 126. Taucher. 
Sie werden mit denselben Raketen gemacht, wie die Wasser 
garben, mit derselben Composition und auf demselben Dorne gela 
den ; zu jeder Ladung bringt man jedoch ein wenig Pulvermehl hinzu, 
welches man eben so zusammendrückt, wie die andern Ladungen. 
Dieses Pulvermehl taucht durch seine Explosion die Rakete bei jeder 
Ladung in das Wasser, wodurch sie auch den Namen: Taucher er 
halten hat.
	        

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