Full text: Praktischer Unterricht in der Feuerwerkerkunst für Dilettanten und angehende Feuerwerker oder Vollständige Anweisung alle Arten von Land-, Wasser- und Luftfeuerwerken, sowie auch Feuerwerke zu Luftballons, auf Theatern und zu Kriegsbedürfnissen zu verfertigen, aufzustellen und abzubrennen

Brennt die Rakete etwa zu lange, so vermindert man die Höhe des 
Pulvermehls und vermehrt die der Erde um eben so viel; brennt die 
Rakete nicht lange genug, so vermehrt man die Höhe des Pulvers 
und vermindert die der Erde um gleich viel. 
Hat die Flamme, die aus dieser Bombenrakete hervorströmt, 
nicht Ausdehnung genug, so bringt man zu dem Pulvermehle ^ sei 
nes Gewichts sehr seines Pulver. Hat die Flamme dagegen zu 
viel Ausdehnung, so substituirt man dafür das gleiche Gewicht 
Salpeter. 
Die so gemachte Bombe, deren Inneres leer ist, außer daß die 
Patrone ganz durch sie Hindurchgeht, wird mit der Hand von einer 
Coulisse zur andern quer über das Theater geschleudert. Der Effect 
der Rakete darf nicht im Angesichte des Publikums endigen, weil 
dadurch die Illusion völlig gestört würde. 
Die Bomben, welche platzen sollen, werden ganz eben so ge 
macht, nur besteht die Pappkugel aus mehreren Theilen, die mit 
kleinen Papierstreifen zusammengeleimt werden. Ehe dieses ge 
schieht, bringt man in sie hinein einen Kanvnenschlag, den man mit 
der Rakete an der Stelle communicirt, wo das Pulvermehl aufhört 
und die Erdschicht anfängt. 
§. 155. Glühende" Stückkugeln. 
Der Feuerwerker macht diese aus Wolle und Stopfhaaren, 
die mit einem drähtenen Gerippe umgeben wird. Hierauf über 
zieht man sie mit der Composition zu glühenden Kugeln, die mit 
etwas Branntwein oder Weinessig angefeuchtet ist, und läßt sie dann 
trocken werden. 
Hierauf bringt man sie in einen Feuertopf, der selbst wieder 
in einem Mörser oder einer Feuerwerks-Haubitze steht. Der Topf 
hat unten eine Kammer zur Aufnahme des Ausstoßes der Kugel, 
wie im Artikel Mörser auseinandergesetzt ist. Folgendes sind die 
Verhältnisse für eine Kugel von zwei Zoll Durchmesser, die in jedem 
andern Falle zur Regel dienen können. 
Der Topf ist im Durchmesser etwas größer, als die Kugel, da« 
mit diese leicht hineingehe; er ist 3 Decimeter (11 Zoll) lang. 
Die Kammer !m Topfe von halbkugclförmiger Gestalt hat 13 
Linien innern Durchmesser. 
Der Ausstoß aus Kanoncnpulvermehle wiegt zwei Quentchen. 
Man muß die Stopfhaare nicht zu stark zusammendrücken, 
weil sonst der die Kugel bedeckende Teig springt.
	        

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