Full text: Praktischer Unterricht in der Feuerwerkerkunst für Dilettanten und angehende Feuerwerker oder Vollständige Anweisung alle Arten von Land-, Wasser- und Luftfeuerwerken, sowie auch Feuerwerke zu Luftballons, auf Theatern und zu Kriegsbedürfnissen zu verfertigen, aufzustellen und abzubrennen

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mit Maschen mittlerer Größe, und erhält so die Mittelkohle. Was 
hier zurückbleibt, schüttet man in ein grobes Sieb, und erhalt so eine 
dritte Sorte Kohle, welche gröber ist, als die beiden vorigen. Den 
bleibenden Rückstand bringt man auf die Seite, oder wenn man noch 
mehr gepülverte Kohle haben will, wieder in den Sack, um mit ihm 
dieselben Operationen zu wiederholen. Die drei so erhaltenen Sor 
ten nennt man: 1) Kohlenstaub, 2) Kohle mittlerer Feine, 3) grobe 
Kohle. Der Nutzen jeder dieser drei Sorten soll im Folgenden ge 
zeigt werden. 
Man kann auch die Kohle in einem Mörser (11.1.) pulvern, 
indeß ist der Sack vorzuziehen, theils weil man hier die Umhüllung 
nicht so sehr schwärzt, und vorzüglich, weil man in dem Sacke, wenn 
er fest verschlossen ist, auch die feinste flüchtigste Kohle behält, die 
häufig von großem Nutzen ist. 
§. 4. Schießpulver. 
Das Schießpulver (schlichtweg Pulver) ist aus Salpeter, 
Schwefel und Kohle zusammengesetzt, die innig mit einander gemengt 
und bis zur völligen Aggregation zerrieben sind. Es erzeugt entzün 
det eine so plötzliche Verdünnung, daß die Detonation immer merk 
lich ist, selbst wenn kein Hinderniß jene zurückhält. 
Wann, wo und von wem eigentlich das Pulver erfunden sek, 
darüber ist man noch immer nicht recht einig. 
Bereitung des Pulvers. 
Zur Composition des Pulvers werden folgende drei Materien 
innig gemengt: zweimal gereinigter Salpeter 12 Theile, Kohle von 
weichem Holze 2 Theile, gereinigter Schwefel 2 Theile. Alles wird 
vor der Mischung fein gesichtet. 
Hat man die drei Bestandtheile gehörig abgewogen, so mengt 
man sie in einer großen Mulde, oder noch besser, man siebt sie zwei 
bis dreimal durch ein großes Haarsieb, wobei man jedoch das Sieb 
nicht umschüttelt, sondern die Stoffe in ihm mit der Hand umrührt, 
weil durch die erstere Bewegung die gröber» und leichtern Theile alle 
nach oben zu streben würden, um auch die Mischung nicht gut vor 
sich gehen würde. Die gröber» Theile streben nach oben, weil sie 
nicht so leicht durch die Maschen des Siebes gehen, und die leichtern 
aus dem allgemeinen physischen Grunde, daß das Leichtere sich über 
bas Schwerere erhebt. Größe und Gewicht darf man nicht mit 
einander verwechseln, denn beide sind völlig verschieden und von ein 
ander unabhängig. 
Hierauf bringt man di« Composition in einen Mörser, und
	        

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