Title:
Praktischer Unterricht in der Feuerwerkerkunst für Dilettanten und angehende Feuerwerker oder Vollständige Anweisung alle Arten von Land-, Wasser- und Luftfeuerwerken, sowie auch Feuerwerke zu Luftballons, auf Theatern und zu Kriegsbedürfnissen zu verfertigen, aufzustellen und abzubrennen
Creator:
Ruggieri, Claude-Fortuné Hartmann, Friedrich J.
Shelfmark:
1B 263
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1549874762050/27/
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«hält man auf diese Weise ein sehr gutes Pulver, was mit Vortheil 
zu Feuerwerken angewendet werden kann. Ich habe auf diese Weise 
Pulver bereitet, was von der gewöhnlichen Probe (s. Pulverprobe 
in dem Register) 16 Grade zeigte. Ein anderes Mal hatte es nicht 
so viele Grade, und zwar, weil, wie ich vermuthe, der Arbeiter es zu 
sehr angefeuchtet hatte. Man hat wohl darauf zu sehen, daß man 
die richtige Menge Wasser hinzubringt, und daß man von keinem der 
drei Bestandtheile des Pulvers mehr oder weniger nimmt, als oben' 
angegeben ist, denn von diesen Verhältnissen hängt die Starke des 
Pulvers ab. Nähme man mehr Salpeter, welcher der Grund der 
Expansivkraft des Pulvers ist, so würde dadurch die Activität der 
Entzündung vermindert, weil dann gegen den Salpeter zu wenig 
Kohle vorhanden ist, und weil die Kohle von den drei vereinigten 
Stoffen am schnellsten Feuer faßt und dasselbe allen Salpetertheilen 
in einer so kurzen Zeit mittheilt, daß ihre Dauer gar nicht angebbar 
ist. Deshalb darf nicht mehr und weniger als ^ Kohle gegen den 
Salpeter dem Gewichte nach vorhanden sein, und Schwefel, welcher 
die Entzündung etwas erleichtert, muß auch \ vom Salpeter da sein, 
weil seine übrigen Theile in einem viel stärker» Maße die Verbrei 
tung der beiden andern viel leichter zu verflüchtigenden Stoffe hin 
dert. Die Verpuffung des Salpeters ist also eine Wirkung des 
Feuers oder der glühenden Kohle, womit er in Verbindung ist, indem 
der Salpeter eine Verbindung aus Sauerstoffgas ist, was zum gro 
ßen Theile verdichtet und in das möglichst kleine Volumen zusam 
mengedrängt ist. 
Die durch die Verbrennung des Pulvers erzeugte Flamme hat 
die stärkste Federkraft; ist sie in ein Gefäß eingeschlossen, so kann ihr 
nichts Widerstand leisten; sie sprengt und schleudert Alles fort, was 
sich ihrer Ausbreitung in den Weg stellt; nichts vermag ihr zu wi 
derstehen. Sie macht sich daher auf jede Weise Luft, und der 
schwächste Theil weicht dann natürlich zuerst. In einem Flinten 
laufe z. B. ist die Kugel derjenige Theil, der am wenigsten Wider 
stand leistet und deshalb fortgeschleudert wird. 
Das große Geräusch bei der Entzündung des Pulvers verur 
sachen die mit Gewalt aus einander getriebenen Luftlheile, die mit 
eben der Schnelligkeit ihren vorigen Platz wieder einnehmen. 
Man kann auch Pulver ohne Schwefel bereiten; dieser hat 
keine sehr große Kraft zu detoniren, indessen trägt er etwas zur Ent 
zündung bei, und kann deshalb im Pulver kaum entbehrt werden. 
Vom Nutzen des Schwefels kann man sich leicht, selbst überzeugen: 
man lege einige Pulverkörncr auf eine Feuerschaufel und erhitz« diese;
        

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