Full text : Praktischer Unterricht in der Feuerwerkerkunst für Dilettanten und angehende Feuerwerker oder Vollständige Anweisung alle Arten von Land-, Wasser- und Luftfeuerwerken, sowie auch Feuerwerke zu Luftballons, auf Theatern und zu Kriegsbedürfnissen zu verfertigen, aufzustellen und abzubrennen

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anwenden.  Je  länger  die  Feilspäne  sind,  desto  schönere  Funken  geben ­
  sie,  die  sich  wie  die  Strahlen  der  Sonne  ausbreiten.
Man  unterscheidet  drei  Arten  von  Feilspanen,  grobe,  Mittelsorte,
  und  feine.
Man  wendet  die  Eisenfeilspane  zu  dem  Zwecke  an,  um  mit
Noth  vermischte  weiße  Funken  zu  erhalten.
§.  6.  Stahlfeilicht.
Der  Stahl  besteht  in  der  Regel  aus  Eisen  und  andern  verbrennlichen ­
  Stoffen,  die  diesem  hinzugesetzt  werden,  um  ihn  zu  reinigen ­
  und  harter  zu  machen,  so  wie  auch  der  natürliche  Stahl  aus
solchen  Stoffen  besteht.  Der  Stahl  entzündet  sich  wie  Eisen,  ist
jedoch  diesem  darin  vorzuziehen,  daß  er  mehr  entzündliche  Stoffe
enthält,  die  bei  der  Verbrennung  ein  schöneres  Ansehen  hervorbringen. ­
  Die  Stahlspane  werden  feiner  und  länger,  indem  sie  dichter
und  elastischer  sind,  und  enthalten  weniger  erdige  Materien;  sie  erhalten ­
  sich  langer,  ohne  zu  rosten.  Da  der  Stahl  nicht  so  viele  Poren ­
  als  das  Eisen  hat,  so  widersteht  er  auch  längere  Zeit  feuchten
und  zerfressenden  Auflösungsmitteln.
Um  die  Güte  des  Eisen-  oder  Stahlfeilicht  zu  prüfen,  läßt  man
einiges  auf  eine  brennende  Kerze  oder  ein  brennendes  Stück  Papier
fallen;  erheben  sich  dann  hohe  strahlende  Funken,  so  sind  die  Späne
gut;  fallen  sie  dagegen  ohne  Strahlen  nieder,  so  ist  dies  ein  Zeichen,
daß  das  Eisen  sehr  unrein  war  und  noch  viele  erdige  Theile  enthielt.
Dasselbe  geschieht,  wenn  die  Spane  rostig  sind.
§.  7.  Gußeisenfeilicht.
Gußeisen  ist  weiter  nichts,  als  geschmolzenes  Eisen,  was  seiner
erdigen  Theile  beraubt  und  dagegen  mit  brennbaren  geschwängert ­
  ist,  welche  es  schmelzbar  und  spröde  machen.  Der  Feuerwerker ­
  wendet  das  Gußeisen  entweder  als  Feilspäne  oder  als  zerstoßenes ­
  Pulver  an.  Man  erhalt  die  Gußeisenspane  durch  Abdrehen
dieses  Metalls;  sie  werden  sehr  lang  und  die  Drechsler  nennen  sie
Drehspane.  Das  Gußeisen  bringt  den  schönsten  Effect  in  den  Feuerwerken ­
  hervor;  reiner  als  Eisen  und  Stahl  von  fremdartigen  Stoffen, ­
  strahlt  und  glanzt  es  mehr.  Gewöhnlich  wendet  man  cs  zum
chinesischen  und  mitunter  auch  zum  Brillantseuer  an;  im  letztem  ist
seine  Wirkung  doch  nicht  so  angenehm,  als  die  der  Stahlfeilspäne,
weil  die  Strahlen  nicht  so  scharf  werden,  indem  es  durch  sein  Schmelzen ­
  Feuerblumen  gibt,  die  von  den  Strahlen  der  Eisen-  und  Stahlfeilspäne ­
  sehr  verschieden  sind.  Die  Stahlspäne  geben  wellenförmige
            
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