Full text: Praktischer Unterricht in der Feuerwerkerkunst für Dilettanten und angehende Feuerwerker oder Vollständige Anweisung alle Arten von Land-, Wasser- und Luftfeuerwerken, sowie auch Feuerwerke zu Luftballons, auf Theatern und zu Kriegsbedürfnissen zu verfertigen, aufzustellen und abzubrennen

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AuS Kupfer sind ff« stärker als aus Eisenblech und weniger dem 
Roste unterworfen; erstere verdienen also den Norzug. 
§. 39. Mulden oder Kumpen zur Aufnahme der 
Materie. 
Die Kumpen (Fig. 6. Taf. I. Ik. III.) sind runde und aus 
gehöhlte bölzerne Gefäße, wie man sie bei jedem Muldenmachcr 
findet. Man bedarf deren von verschiedener Größe je nach der 
Menge der darin aufzunehmenden Materien. Eisen- und Stahl 
feilicht darf man in diesen Kumpen nie aufbewahren, weil diese sich 
am Boden festsetzen und Rost erzeugen. Man hat auch noch in 
dem Compositionszimmer kleinere und größere Tonnen, die zu dem 
selben Zwecke dienen. 
§. 40. Formen. 
Unter einer Form versteht man alles, womit man einer Ma 
terie eine gewisse Gestalt mittheilt. Der Feuerwerker hat mehrere 
Arten von Formen: Formen zu Feuertöpfen, zu Kanonenschlagen, 
zu den Sternen der römischen Kerzen u. s. w. (man vergl. diese 
einzelnen Artikel). 
§.41. Sack zum Zerschlagen des Pulvers und der 
Kohle. 
Der Sack zum Zerschlagen des Pulvers (Fig. 2. Taf. III.) 
wird aus sehr starkem aber etwas weichem Leder gemacht. Die 
beiden ihn bildenden Stücke werden mit einer Einfassung von dem 
selben Stoffe zusammengenäht, damit der Sack dicht verschlossen und 
auch das Flüchtigste nicht hindurch kann. 
In Ermangelung eines solchen Sackes bedient man sich eines 
geränderten Tisches (Fig. 7. Taf. II.) und eines Klotzes oder eines 
sogenannten Läufers (Fig. 8.). Dieser ist ein abgedrehtes Stück 
Holz, mit einem Handgriffe n, und mit quadratförmigen Einschnit 
ten auf der Oberfläche b. Man bringt das Pulver auf den Tisch 
und zerreibt es dann mit diesem Läufer, bis es fein genug ist, um 
durch das Seidensieb zu gehen. Man verfährt hier ganz so, wie 
beim Zerreiben der Malerfarben. 
§. 42. Verschiedene Sorten von Sieben. 
Das Sieb ist eine Art von Trommel, in welche man ein Ge 
flechte spannt, was man Seiden- Eanevas nennt. 
Man hat mehrere Arten von Sieben; das einfache Sieb ohne
	        

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