Full text: Praktischer Unterricht in der Feuerwerkerkunst für Dilettanten und angehende Feuerwerker oder Vollständige Anweisung alle Arten von Land-, Wasser- und Luftfeuerwerken, sowie auch Feuerwerke zu Luftballons, auf Theatern und zu Kriegsbedürfnissen zu verfertigen, aufzustellen und abzubrennen

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in ein zweites mit engern Maschen, und dann diesen wieder in ein 
noch feineres Sieb. Man erhalt so drei Sorten, seine, Mittel 
und grobe Sorte. 
Man hat auch noch andere Materien zu stampfen; wir wer 
den die verschiedenen Arten, sie zu pulverisiren, bei der Betrachtung 
jeder einzelnen lehren. 
§. 48. Stoppine, gewöhnlich Communicationsdochk oder 
Lunte genannt. 
Die Stoppine besteht aus reinem Pulver, Baumwollenfäden 
und etwas Harz, letzteres um sie etwas konsistent und bequemer zum 
Bearbeiten zu machen. .Man verfertigt sie auf folgende Weise. 
Zuerst entscheidet man ihre Stärke und verbindet zu dem Zwecke 
mehrere Fäden Baumwolle mit einander, bis man die gewünschte 
Stärke erreicht hat. Zur Communication der Lanzenfcuer ist die 
Lunte eine Linie (3 Millimeter) im Diameter stark. Zu den ge 
wöhnlichen Gängen kann man sich derselben Lunten bedienen, muß 
sie aber doppelt nehmen; will man sich hier einer einfachen Lunte 
bedienen, so gibt man ihr 1J Linie oder 5 Millimeter Durchmesser. 
Hat man die Stärke entschieden, so verbindet man die einzelnen Fä 
den in einen einzigen Errang. Dann thut man in einen glasurten 
steinernen Topf (6. II.) 4 Pfund Pulver, gesichtetes oder ungestch- 
tetes, doch ist ersteres immer vorzuziehen, weil sich dieses besser als 
das körnige mit der Lunte verbindet und leichter in Branntwein zer 
fließt. Hierauf schüttet man in ein Maß Branntwein zwei Unzen 
arabisches Gummi, nachdem man den Branntwein etwas mehr als 
lauwarm gemacht hat. Dann wird die Flüssigkeit auf das Pulver 
geschüttet und wohl durchgerührt, bis man einen recht klaren Teig 
erhalt. Man darf an diesen Dosen nichts ändern, wenn man einen 
lebhaft-brennenden und festen Docht erhalten will*). 
Hierauf legt man den Baumwvllenstrang zu seiner Linken in 
ein zweites gleichfalls glasurtcs Gefäß, so daß er sich daraus leicht 
herauswickeln laßt. Zwischen beide Gefäße stellt man ein drittes, 
und legt in dieses vier bis fünf Lagen des Baumwvllenstranges, wie 
das Tauweck eines Schiffes; aus diese Lagen bringt man mit einem 
hölzernen Löffel von dem Teige im ersten Gefäße, und rührt diesen 
etwas um, damit er zwischen alle Lagen der Baumwolle dringe. Auf 
diese Baumwollenlage bringt man jetzt eine zweite, und fährt so fort, 
*) Biele.nehmen Weinessig statt des Branntweins; bann must man 
aber den Docht, wenn er durch die Mischung gezogen ist, mit sehr gu 
tem Pulvermehle überstreuen, weil er sonst zu langsam brennen würde.
	        

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