Title:
Praktischer Unterricht in der Feuerwerkerkunst für Dilettanten und angehende Feuerwerker oder Vollständige Anweisung alle Arten von Land-, Wasser- und Luftfeuerwerken, sowie auch Feuerwerke zu Luftballons, auf Theatern und zu Kriegsbedürfnissen zu verfertigen, aufzustellen und abzubrennen
Creator:
Ruggieri, Claude-Fortuné Hartmann, Friedrich J.
Shelfmark:
1B 263
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1549874762050/49/
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brennbare Materie ein, womit man die Patrone füllt und welche 
das Wurffeuer hervorbringt. Diese Operation dient nur dazu, 
dem Feuer einen unverbrennlichen Körper entgegen zu stellen, und zu 
verhindern, daß sich die Kehle nicht erweitere, wodurch das Feuer 
seine Kraft verlieren würde, weil es weniger Widerstand fände (vgl. 
den Artikel fliegende Raketen). Hierauf wechselt man mit dem 
Stocke, man nimmt einen nicht ganz so langen und nicht durchbohr 
ten, und füllt die Patrone mit so viel Appretur, daß, wenn diese ge 
schlagen ist, der Dorn davon bis auf eine Linie bedeckt sei. 
Mit dieser gemischten Komposition muß man alle Patronen zu 
den Wurffeuern prapariren; sie erleichtert das Losbrennen und ver 
hindert, daß nicht eine lebhaftere Composition die Theile der Patrone 
durch eine zu rasche Entzündung zerstört (vergl. den Art. Appretur). 
§. 52. Verhältnisse des Dorns zu den Wurffeuern. 
Der Dorn ist gleichsam die Seele der Rakete; er hat die Form 
eines abgekürzten Kegels (2. IV.), ist jedoch oben nicht horizontal 
abgeschnitten, sondern abgerundet zu einer Halbkugel oder sonst ab 
geschrägt. Die Höhe des Dorns betragt für alle Caliber der Wurf 
feuer zwei innere Durchmesser der Patrone; der untere Durchmesser 
ist f, der obere \ des Durchmessers der Patrone. 
Die Dimensionen zu den Dornen der fliegenden Raketen fol 
gen an einem andern Orte. Mehrere Feuerwerker bedienen sich an 
derer Dorne: der Dorn mit Euter ist der älteste (3. IV.). Unter 
Euter versteht man den Theil unter der Basis des Kegels, der ab 
gerundet ist, wie man ihn noch bei den fliegenden Raketen anwendet. 
Ein anderer Dorn neuerer Erfindung ist nur dann vorzuziehen, wenn 
man zu große Eile hat, um die Patronen zu schnüren, oder wenn 
man, weil man sie zu sehr hat trocknen lassen, nicht mehr schnüren 
kann. Fig. 4. IV. ist ein Dorn mit doppeltem Fuße; der obere 
Fuß a ist genau gleich dem innern Durchmesser der Patrone und tritt 
in die Patrone ein, die sich dann gegen den zweiten Fuß b stützt. 
Die über diesen Dorn zugerichteten Patronen höhlen sich leicht 
aus und zerstören die Zurichtung durch die Bewegung des Armes 
des Laders, wenn dieser nicht genau lolhrecht ladet oder Mißschläge 
thut. Deshalb ziehen wir den crstern Dorn (3. IV.) allen diesen 
vor; will man sich ihrer indeß bedienen, so muß man genau die Ver 
hältnisse für den kegelförmigen Theil im Auge haben. 
In die über einem dieser Dorne zugerichteten Patronen ladet 
man alle Arten von festen und rotirenden Feuern, wie wir in der 
Folge sehen werden. Die Patronen der fliegenden Raketen sind von> 
Feuerwerker. z
        

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