Full text: Praktischer Unterricht in der Feuerwerkerkunst für Dilettanten und angehende Feuerwerker oder Vollständige Anweisung alle Arten von Land-, Wasser- und Luftfeuerwerken, sowie auch Feuerwerke zu Luftballons, auf Theatern und zu Kriegsbedürfnissen zu verfertigen, aufzustellen und abzubrennen

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Thonerde hinein, womit man die Patrone schließt, vorausgesetzt, 
daß sie, nachdem sie ausgebrannt ist, ihr Feuer nicht einer andern 
Patrone mittheilen soll (s. weiter unten). 
Die Menge Materie, die man jedesmal in den Löffel zu neh 
men hat, richtet sich nach der Natur der Eomposition; so z. B. muß 
eine Patrone mit Brillantfeuer immer nur kleine Ladungen erhalten, 
und man muß hier die Ladungsmenge sorgfältig dergestalt bestim 
men, daß jede gestampfte Ladung nicht höher sei, als der innere 
Durchmesser der Rakete; vorzüglich gilt dieses für fliegende Raketen 
und jedes bewegliche Feuerwerksstück. Be! dem chinesischen Feuer 
ist die Wirkung um so schöner, je dicker die Ladung ist; da jedoch eine 
zu große Menge sich unten und oben nicht gleichförmig stampfen 
lassen würde, so darf man nicht mehr als das Doppelte der vorigen 
Ladung auf ein Mal hinein bringen, und es wird also hier jede ge 
stampfte Schicht ungefähr doppelt so hoch werden müssen, als die 
Rakete inwendig weit ist. Sehr wesentlich ist es, daß beim chinesi 
schen Feuer jede Ladung zum wenigsten so dick sei, wenn cs selbst da 
durch an Schönheit verlieren sollte, denn da das Gußeisen, was in 
dieser Eomposition ist, sich sehr leicht erhitzt, wenn eine geringe 
Menge stark geschlagen wird, so könnte dies den Schwefel entzünden 
und dadurch eine Explosion bewirkt werden, die das ganze Haus in 
Brand setzte. Man sicht hieraus, wie schwer und gefährlich eine 
gute Anwendung des chinesischen Feuers ist, und daß man der eige 
nen Sicherheit wegen lieber die Ladungen verdoppelt, als daß man 
das ganze Gebäude der Gefahr aussetzen sollte, wenn dadurch auch 
an Schönheit etwas verloren geht. 
Ist die Pattone geladen und geschlossen, so bringt man in ihre 
Kehle einen Docht, und bedeckt sie dann mit einem Papierstreifen, 
welchen man die Kappe nennt. Diese wird entweder mit Kleister 
oder mit einem Faden befestigt, den man in die Vertiefung um die 
Kehle windet, dergestalt, daß man in der Kappe die Communication 
mit andern Patronen einschließen kann. 
§. 55. Glorien, Fächer und Gansfüße. 
Die Glorie besteht aus mehreren Raketen, die auf einem Kreis 
ringe befestigt sind. Diese Art von Feuerwerken werden in vertika 
ler Stellung abgebrannt, wie (3. V.) zeigt. 
Ein bestimmtes Verhältniß gibt es nicht für die Glorie; man 
setzt sie aus beliebig vielen Raketen von beliebigem Caliber zusam 
men, je nach dem Platze, über den man zu disponiren hat. » ist ein 
hölzerner Ring, auf welchem die Raketen b mit Draht oder Bind-
	        

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