Title:
Praktischer Unterricht in der Feuerwerkerkunst für Dilettanten und angehende Feuerwerker oder Vollständige Anweisung alle Arten von Land-, Wasser- und Luftfeuerwerken, sowie auch Feuerwerke zu Luftballons, auf Theatern und zu Kriegsbedürfnissen zu verfertigen, aufzustellen und abzubrennen
Creator:
Ruggieri, Claude-Fortuné Hartmann, Friedrich J.
Shelfmark:
1B 263
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1549874762050/65/
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bei ihm die Gegenstände fast eben so deutlich wie am Hellen Tage, 
und besser als beim schönsten Scheine des Mondes unterscheidet. 
Ihre Compvsition, Bearbeitung und Ausführung sind die schnellsten 
und leichtesten für den Feuerwerker. Petroni Ruggieri, der Vater 
des Verfassers vorliegenden Werkes, hat sie zuerst eingeführt. 
Ist die Compvsition fertig und gemischt, so bringt man eine 
gleiche Quantität in Gefäße, die denen (6. III.) ähnlich sind. Man 
bringt mehr oder weniger hinein, je nachdem die Flamme längere oder 
kürzere Zeit dauern soll. Auf die Komposition steckt man einige 
kurze Dochtstränge, bringt dann ein Ende der mit ihrer Röhre ver 
sehenen Lunte in das Gefäß, und läßt das andere Ende aus dem Ge 
säße auslaufen, um damit die Compvsition anzünden zu können. 
Hierauf bedeckt man die Composition mit einem dicken Papierdcckel, 
den man an den Wänden des Gefäßes festlcimt. 
Um die bengalischen Flammen sauberer und schneller auszufüh 
ren, läßt man sich Glocken aus Gußeisen (11. IV.) gießen von un 
gefähr gleichem Inhalte mit den genannten Gefäßen; dadurch wird 
die Arbeit ungemein erleichtert, weil man mittelst des Stieles die 
Glocken in jede beliebige Höhe stellen kann. 
Die bengalischen Flammen sind vom herrlichsten Effecte bei 
der Darstellung von Bränden auf dem Theater, wie in der Armide, 
Hecuba, dem Astianax, der Lodoiska u. s. w. Sie wurden zum er 
sten Male 1787 auf dem italienischen Theater in Foedor und Lisinka 
von Desforges angewendet; man war damals in großer Verlegen 
heit, wie man das Haus eines Destillateurs von Nowgorod in Feuer 
darstellen sollte; mein Vater übernahm es und brachte den gewünsch 
ten Effect hervor. 
1791 wurde Boulet, Machinist der Oper, damit beauftragt, 
den Brand in der Oper Lodoiska darzustellen und hier zeigten sich 
die bengalischen Flammen in noch schönerem Effecte (vergl. Theater- 
feuerwerke). 
Kap. 2. Vertikal - rotirende Feuer. 
§. 68. Rotirende Sonnen. 
Die rotirende Sonne (1. XI.) ist ein Rad oder eine Nabe mit 
Radien, die Take! oder Speichen heißen. Man kann deren 4 oder 
6 oder mehr nehmen, je nach der Größe des Rades, denn je größer 
es ist, desto fester muß cs auch sein. Die Nabe (2. XI.) ist in der 
Mitte durchbohrt, um die eiserne Axe aufnehmen zu können. Diese 
Are heißt bei den Feuerwerkern auch wohl schlichtweg das Eisen oder 
Feuerwerker. .
        

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