Title:
Praktischer Unterricht in der Feuerwerkerkunst für Dilettanten und angehende Feuerwerker oder Vollständige Anweisung alle Arten von Land-, Wasser- und Luftfeuerwerken, sowie auch Feuerwerke zu Luftballons, auf Theatern und zu Kriegsbedürfnissen zu verfertigen, aufzustellen und abzubrennen
Creator:
Ruggieri, Claude-Fortuné Hartmann, Friedrich J.
Shelfmark:
1B 263
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1549874762050/69/
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ersten Male, auf dem italienischen Theater in Gegenwart des Kö 
nigs, den Uebergang von einem festen Feuer zu einem beweglichen dar. 
Anfangs setzte der Effect die damaligen Physiker in Erstaunen; 
sie sahen aber, als ihnen derselbe erklärt wurde, daß nichts einfacher 
sei und daß-Jedermann Aehnliches hervorzubringen im Stande sei. 
Das pyrische Stück ist ein Fcuerwurf, zum Theil aus rotiren- 
den, zum Theil aus festen Partien bestehend, die alle von einer ein 
zigen Nabe oder einem einzigen Gestelle abhangen. Bei seiner Er 
findung besaß cs noch nicht alle Details, die es anzunehmen ver 
mag; in dieser seiner einfachen Gestalt wollen wir es hier beschreiben 
und genauere Details bis dahin verschieben, wo der Leser gut genug 
unterrichtet sein wird, um dieselben besser zu fassen. 
Fig. 1. Xll. ist eine Nabe, an deren Ende ein Bolzen oder eine 
Axe a befestigt ist, welche die Sonne trägt, die den pyrischen Effect 
beginnt. Die Nabe ist 7 Decimetcr oder 2 Fuß 2 Zoll lang. 
Ihr Durchmesser betragt, an dem Theile b, 14,5 Centimeter 
oder 5 Zoll, an dem Theile c 8 Centimeter oder 3 Zoll, an dem 
Theile d 5 Centimeter oder 2 Zoll und an dem Theile e 3,4 Cen 
timeter oder 16 Linien. 
Sie ist vom Theile h bis an den Theil e lang 2,7 Decimeter 
oder 10 Zoll, e ist 8 Centimeter oder 3 Zoll, ä ist 1 Decimeter 
oder 3 Zoll 9 Linien, und e gleichfalls 1 Decimeter oder 3 Zoll 9 
Linien lang. 
Das Charakteristische des pyrischen Stückes besteht darin, daß 
ein rotirender Theil, z. B. eine Sonne, dem unmittelbar hinter ihm 
angebrachten Theile das Feuer mittheilt, ohne daß seine Rotation 
aufhört. Diese Communication geschieht durch einen Kanal in der 
Nabe des Rades der Sonne, wie weiter unten gezeigt wird. Ge 
wöhnlich geht vom untersten Ende der letzten Rakete der Sonne eine 
Leitröhre in den Kanal und tritt durch die Büchsen des rotirenden 
Rades zu einem Stücke, welches unbeweglich ist, wie z. B. der Theil 
e der Nabe, wo der Durchgangsdocht aus dem Innern der Büchsen 
auf die Nabe tritt und das feste Stück entzündet. Dieses Verfah 
ren laßt sich auf gleiche Weise für bewegliche und feste Stücke aus 
führen. 
Drei wesentliche Punkte sind bei den pyrischen Stücken zu be 
achten: 1) muß die Communication von einem Theile zum andern 
sehr genau ausgeführt sein; 2) muß sie in den Büchsen wohl ver 
wahrt sein, so daß das Feuer von dem Drehstücke nicht neben dem 
Dochte ducchfallen kann; 3) muß vorzüglich darauf gesehen werden,
        

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