Full text: Praktischer Unterricht in der Feuerwerkerkunst für Dilettanten und angehende Feuerwerker oder Vollständige Anweisung alle Arten von Land-, Wasser- und Luftfeuerwerken, sowie auch Feuerwerke zu Luftballons, auf Theatern und zu Kriegsbedürfnissen zu verfertigen, aufzustellen und abzubrennen

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Dis macht man sie nicht sämmtlich von einerlei Form; die hier be 
schriebene soll nur im Voraus eine allgemeine Idee davon geben, um 
den allgemeinen Begriff der Maschine nachher desto leichter zu fassen. 
Die verschiedenen Wechsel oder Figuren sind größtentheils ein 
Gegenstand der Geometrie, ohne welche man nichts Reguläres zum 
Vorschein bringen und die gewünschten Dessins nicht erhalten kann. 
Nur durch Verbindung der Regeln der Geometrie mit der Schuß 
weite und den Wirkungen des Feuers laßt sich der vorliegende Zweck 
erreichen. 
§. 76. Gatter. 
Diese Maschine ist das schönste und auffallendste aller pyri- 
schen Stücke. Man hat einige Mühe, die dabei obwaltenden Schwie 
rigkeiten, welche von der Geometrie und Pyrotechnie abhangen, hier 
zu begreifen; wir müssen jedoch hier das Gatter der natürlichen Folge 
wegen beschreiben. 
Das Gatter, wie es mein Vater zusammensetzte, besteht auS 
sechs Rädern, ähnlich dem Fig. 10. XI., aber von drei verschiedenen 
Größen. 
Die erstem sind 1 Meter oder 3 Fuß, die zweiten 2,7 Meter 
oder 8 Fuß groß; im Verhältniß ihrer Größe muß man ihnen 6 
Radien geben. Die dritten sind 6 Meter oder 18 Fuß groß, und 
haben 8 Radien. (S. unten.) 
Der erste Effect dieses Stückes ist die Darstellung einer Sonne 
mit mehreren Wechseln oder Veränderungen; man stellt nämlich aus 
jedes Take! dieser Sonne (1. XI.) eine Rakete von allen den Feuern, 
die rotationsfähig sind. Der zweite Effect ist eine Glorie oder mit 
unter auch ein festes kreisförmiges Mosaik. 
Die beiden ersten Räder, deren Feuer beim Rotiren sich schnei 
den, geben den dritten Effect und die erste gitterförmige Figur (11. 
XXV.). Die vierte Figur ist dieselbe, nur um die Hälfte vergrö 
ßert, und die fünfte wieder dieselbe, um das Doppelte vergrößert. 
Die sechste Figur besteht aus allen Rädern, welche ihr Feuer durch 
die Passagebüchsen erhalten. 
Aus der Vereinigung aller dieser Räder entsteht der schönste 
pyrische Effect, den man mit der Maschine hervorzubringen im 
Stande ist. Fig. 3. XIV. gibt die Umrisse an, die das Feuer der 
Schwärmer oder Raketen zeigen muß, wenn diese sämmtlich auf di« 
Räder gestellt sind. 
Um dies Stück zu bilden, hat man Räder von der Art der Fig. 
10. XI. zu constcuiren; diese Figur zeigt jedoch nur den vierten Theil
	        

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