Volltext: Praktischer Unterricht in der Feuerwerkerkunst für Dilettanten und angehende Feuerwerker oder Vollständige Anweisung alle Arten von Land-, Wasser- und Luftfeuerwerken, sowie auch Feuerwerke zu Luftballons, auf Theatern und zu Kriegsbedürfnissen zu verfertigen, aufzustellen und abzubrennen

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wenn man einen Tannenstamm unten zuspitzt und in die Erde gräbt; 
dann darf man jedoch nur leichte Stücke abbrennen. 
Regeln für die Construction der Sohlen. 
Die Streben zum Halten des Pfeilers müssen bei der ein 
fachen und doppelten Sohle zwischen ^ und der Höhe des Pfei 
lers haben; vorzüglich aber muß die Hinterstrebe, die allein steht, 
um den vierten Theil länger sein, als die Seitcnstreben. Die 
Zapfenlöcher und Zapfen in dem Holze müssen nicht starker sein, 
als unumgänglich nöthig ist, weil man sonst die Sohle unnützer 
Weise schwächt. Die Räder müssen aus sehr hartem und zähen 
Holze gemacht sein, weil sie sonst zerbrechen würden, wenn man die 
Sohle hebt und diese etwas Schweres tragt. Das Ulmholz ist 
ganz vorzüglich zu diesem Zwecke geeignet. 
§. 96. Dekorations - Holzwerke. 
Diese bestehen aus Querbalken zwischen Pfeilern, welche eben 
so wie die Sohlen zum Festhalten der Feuerwerksstücke dienen. 
Schon ihr Name zeigt den Zweck hinlänglich an. Man stellt außer 
dem hinterwärts die sogenannten Batterien, Bouquets u.s.w. auf. 
Die Holzwerke sind fest und in die Erde gegraben. Man muß 
sie immer so stellen, daß wie viele Feuerwechsel man auch vornehmen 
mag, Platz genug da ist, sie sämmtlich vor dem Holzwerke abbren 
nen zu können, weil die auf die Holzwerke gebrachten Dekorationen 
immer das sind, womit man das Feuerwerk schließt. 
Die Höhe und Ausdehnung des Holzwerkes richtet sich nach 
der Größe der auf sie zu bringenden Dekorationen. Ist diese Con 
struction sehr nothwendig, so ist die Art, wie man sie macht, ziemlich 
willkürlich, denn das Einzige, was man dabei zu berücksichtigen hat, 
ist die Solidität. 
§. 97. Rüstbock zum Abbrennen der fliegenden Raketen. 
Dieser besteht aus zwei tannencn Pfeilern (5. XVlII.); man 
nimmt Tannenholz in der Regel wegen seiner Leichtigkeit. Die 
Pfeiler stellt man auf Füße, wenn man einen beweglichen Rüstbock 
haben will, oder gräbt sie in die Erde, falls der Rüstbock fest stehen 
bleiben soll. Zwischen die Pfeiler schiebt man ein Brett c, in wel 
ches so viele Löcher eingeschnittcn sind, als Raketen abgebrannt wer 
den sollen; durch jedes solches Loch geht der Stock einer fliegenden 
Rakete, st ist ein zweites auf die Köpfe der Pfeiler gelegtes Brett, 
auf welches sich die Kehlen der Raketen stützen; der Stock geht gleich 
falls durch Löcher in diesem Brette. Statt der Löcher kann man
	        

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