I.
Zur Geschichte der Feuerwerkskunlt.
Unter Feuerwerkerei oder Pyrotechnik (griechisch: Feuerkunst)
versteht man jenes chemische Gewerbe, dessen Aufgabe
es ist, durch Zusammensetzung verschiedener chemischer Producte
Gemische hervorzubringen, welche beim Entzünden
entweder unter gewaltiger Gasentwickelung und Erzeugung
sehr hoher Temperaturen sehr schnell abbrennen, oder welche
beim Anzünden Flammen von allen möglichen Farben geben.
Je nach der Bestimmung, welche die Feuerwerkskörper
haben, läßt sich die gesummte Pyrotechnik in drei Haupttheile
zerlegen: in die Kriegspyrotechnik oder Artilleriewissenschaft,
in die Sprengtechnik und in die Pyrotechnik im engeren Sinne
oder in die sogenannte Kunst- und Lustfeuerwerkerei. Der erstgenannte
Theil der Pyrotechnik hat sich ganz besonders mit
dem Schießpulver und den als Ersatz desselben vorgeschlagenen
Stoffen, wie Schießbaumwolle, Knallpräparaten u. s. w., sowie
mit den zu Sprengzwecken dienenden Körpern, wie Nitroglycerin,
Dynamit, Pikratpräparaten, den Torpedos, den
Minen und ähnlich zerstörend wirkenden Körpern und Vorrichtungen
zu beschäftigen.
Die eigentliche Sprengtechnik benützt im Gegensatze zur
Äriegspyrotechnik die Wirkung der explosiven Körper für die
Zwecke des Berg-Eisenbahn-Tunnelbaues, für die Beseitigung
von Verkehrshindernissen der Schifffahrt, kurz, überall dort, wo
cs sich darum handelt, durch hartes Gestein Wege zu bahnen
oder große Felsmassen zu zerkleinern.
Eschenbacher, Feuerwerkerei. 3. Ausl.
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