Full text: Neubauten und Concurrenzen in Österreich und Ungarn : Organ für d. Hochbaufach u. seine Interessenten, II. Band (1896)

    
Wohnhaus des Herrn Albin Redlich in Olmütz. 
Architekt Z. Gartner in Wien. 
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ennien war die Stadt Olmütz als Festung wie von 
umgeben, was einen Aufschwung in baulicher Beziehung 
. Im Augenblicke, wo die Wälle und Wassergräben zum 
ijelen, entwickelte sich um die 
grossen 
  
Stadt im engsten An- 
  
schlusse an dieselbe eine rege Bauthätigkeit. Leider bleibt dieselbe 
  
ım Innern derselben weit zurück, was zum grössten Theile den ungün- 
   
uschreiben ist. ‘So gibt es.gerade im: Herzen 
der S ; aturgemäss die werthvollsten Baustellen sind, ganze 
die bei. einer Tiefe von 50—60 zz eine unver- 
male‘ Gassenfront besitzen. Eine solche Häuser- 
  
gruppe ist. in 
Bilde 
Bäckerstrasse, einer der belebtesten Strassen, In 
unserem bringen wir ein: vom Architekten A. Gartner in Wien 
  
entworfenes, dem Herrn Albert Redlich gehöriges Familienhaus., Das- 
selbe ist bloss von 
einer Familie bewohnt und enthält im Parterre 
die Comptoirs und Fremdenzimmer, im I, Stock 4 Zimmer, Vor- 
zimmer, Bad, Küche und Dienstbotenzimmer. Am Dachboden befindet 
  
Ch 4 Te ea: N 5 ® T N ya ; 
3 1 Zimmer auf die Gasse, weiters die Waschküche, Wäscheboden, 
   
Die 75» breite Facade ist zum Theile in Putz, zum Theile 
15 che 7 Ale x E 3 CE, x 1 i 
Jättchen verkleidet. Die Hoffacade bot Gelegenheit zu einer 
architektonischen Ausbildung, 
    
da sich an das Haus ein tiefer Garten 
anschliesst. Für 
  
die. Grundr slösung war das Fensterrecht an der 
linken Nachbarmauer 
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Mitte gelegenen Zimmers ermöglichte. Die verbaute Fläche 
des Hauses beträgt 186 »? und es stel 
massgebend, welches die directe Beleuchtung 
des in der 
it sich 1%? auf 75 fl. Das Haus 
ist mit einer Warmwasserheizung, Kalt- und Warmwasserleitung, 
  
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elektr Beleuchtung und allem sonstigen Comfort, dessen ein 
  
chtetes Familij 3 e c 
iIchtetes Familienwohnhaus bedarf, ausgestattet,“ 
Neubauten und Concurrenzen 
  
  
   
  
   
in Oesterreich und Ungarn. Seite 19: 
  
besonders der mohammedanischen Bevölkerung zu er- 
ringen, ist nicht zum geringsten Theile der Rücksicht zu 
danken, welche den religiösen Satzungen, den Traditionen 
und Lebensgewohnheiten der Mohammedaner entgegen- 
gebracht wurde. So wurden alle 
restaurirt und 
Moscheen des Landes 
allen sonstigen Bedürfnissen des mo- 
Cultus 
wurden 
hammedanischen im weitesten Masse Rechnung 
die: Schulen zur - Heran- 
bildung des mohammedanischen. Clerus. (Medressen) . und 
getragen. So auch 
die eine wichtige sociale Bedeutung besitzenden geist- 
lichen Richter reorganisirt und in munificenten Neubauten 
untergebracht. 
Die nach den Plänen und unter Leitung des Sec- 
tionschefs von Stzx ausgeführte Medresse in Travnik und 
die Scheriats-Richterschule in Sarajevo, welche 
wir unseren Lesern in dieser Nummer bieten, zeigt eine 
deutliche Anlehnung an orientalische Architekturmotive. 
Die herrliche Lage speciell des letzteren Gebäudes, welches 
die ganze Stadt dominirt, erhöht noch die Wirkung der 
schönen Formen, so dass das Gebäude bisher mit Recht 
als. der. schönste. Neubau in. Sarajevo. galt, bis. es _yon 
einem anderen Neubau übertroffen wurde; der vom gleichen 
Architekten für einen höheren Zweck mit viel reicheren 
Mitteln ‚ausgeführt wurde: das neue Rathhaus in Sara- 
jevo. Wir werden diesen‘ Monumentalbau in einer der 
nächsten Nummern unserer. Zeitschrift reproduciren und 
sind sicher, dass dasselbe das Interesse der Architekten 
in hohem Masse erregen wird. 
Diese Zeilen aber. sollen 
nur die Einleitung bieten 
für die fortgesetzte Aufmerksamkeit, die wir, unserem 
  
Programme gemäss, auch diesem jüngsten Gliede unseres 
Vaterlandes, das in baulicher Beziehung von ausserordent- 
licher Regsamkeit und Eigenart ist, zuwenden wollen. 
Oi M, 
Heizung und Ventilation. Von Karl Schmidt, städtischer 
Heizingenieur. in Dresden... 160.5. Gr..Oct., 183 Ab- 
bildungen.. Verlag: von Gustav Fischer in Jena, 1896, 
Preis 4 M. 50 P£ 
Wohl auf keinem Gebiete des Hochbauwesens sind 
die Meinungen und Anschauungen der Mehrzahl der Archi- 
tekten und Baumeister (von den Bauherren gar nicht zu 
reden) schwankender und unsicherer, als bezüglich Heizung 
und Lüftung. Der Einzelofen besitzt trotz seiner sinn- 
fälligen Nachtheile, auf die hier einzugehen nicht am Platze 
ist, gar viele lebhafte Anhänger, darunter auch solche, 
die ein sacrificio dell’ intelletto” nicht scheuen, wenn es 
sich. darum handelt, die Einrichtung einer Sammelheizung, 
sei es auch eine solche vorzüglichster Art, zu bekämpfen. 
Allgemein üblich ist es, ‚an. letztere weitgehendste For- 
derungen in Bezug auf. Güte und Leistungsfähigkeit zu 
stellen und daneben Ofenheizungen nach einem ungleich 
milderen Vergleichsmassstabe zu beurtheilen. »Die Anlage- 
kosten sind ja doppelt oder dreimal so hoch«, heisst es 
zum Schlusse, unter Hinweis auf die nackten Ziffern der 
Voranschläge, aus - denen aber freilich nicht zu ersehen 
ist, wie viel Raum durch den Ofen, an den kein Möbel 
angerückt werden kann, ohne Schaden zu leiden, verloren 
geht. Wird dieser Platzverlust berücksichtigt, so. zeigt die 
einfache, z. B. bezüglieh Schulzimmer leicht anzustellende 
Rechnung, dass die Anlage einer passend . gewählten 
Centralheizung nicht nur nicht mehr. kostet, sondern eine 
reine Ersparniss bedeutet. 
Aufklärung thut daher bezüg 
glich Heizung und ebenso 
auch betreffs Lüftung dringend noth, und darum. ist ein 
Werk freudigst zu begrüssen, welches in einer bequemen 
und raschen Weise. einen Ueberblick bietet, umsomehr 
als sein Urheber, schon infolge seiner Stellung reiche 
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