Full text: Neubauten und Concurrenzen in Österreich und Ungarn : Organ für d. Hochbaufach u. seine Interessenten, II. Band (1896)

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Nr. 10. Neubauten und Concurrenzen in Oesterreich und Ungarn. Seite 79 
  
Schornsteinaufsatz von Adolf Helle- 
rich in Stuttgart. Bei dem mit Auffang- 
gefäss für den ausgeschiedenen Russ 
versehenen Schornsteinaufsatz mündet 
A das Kaminrohr 4 innerhalb des Auf- 
fanggefässes C in ein wagrechtes, an 
einem Theil des Umfanges von C sich 
entlang erstreckendes Rohr aus, und 
der aus demselben in wagrechter, be- 
ziehungsweise in tangentialer Richtung 
austretende Rauch zieht durch ein 
in das Gefäss C hineinragendes Saug- 
rohr & ab. 
Dachziegel von Peter Breidenbach 
in Müllers-Ommer bei ‚Linde, Reg.- 
Bez. Köln. Behufs Wasserableitung 
über die Oberfläche des Ziegels ist in 
den Seitenfalz / eine Nase x eingesetzt, 
welche das Wasser zwingt, aus dem 
nächst oberen Falz / in einen Wasser- 
sammler z zu fliessen, aus dem es 
durch den in der Mitte des Ziegels 
liegenden Ablauf %z auf die Fläche 
des Daches abläuft. Beim Verlegen 
bilden diese Falzziegel ein vollständig 
Dach. 
  
  
  
    
  
TAFEL- ERKLÄRUNGEN. 
Tafel 69. Barocke Portale. Wir bringen diesmal auf Tafel 69 in Fortsetzung unserer Publication über 
Portale in den letzten Nummern je ein solches aus Prag und Versailles. Sie sind fast gleichzeitig entstanden und 
doch so verschieden gestaltet. Das französische zeigt bei aller Barockheit der Cartouche doch immer jene Ruhe 
der Form, welche, eine Folge der in Frankreich vorherrschenden Steinarchitektur, selbst in den formausschweifendsten 
Epochen nie verlassen wurde. — Das Prager Portal ist. charakteristisch für die Österreichische Barocke der Dietzen- 
hofer und Fischer v. Erlach: Ausserordentliche Weichheit der Form, dabei aber doch bei aller Frische eine gewisse 
architektonische Strenge. 
Tafel 70 und 71. Wohnhaus der Herren Gebr. Seybel, Wien IM. Reisnerstrasse. Architekten Zellner & 
Helmer in Wien. Ein interessantes Beispiel eines combinirten Geschäfts- und Familienhauses, dessen Grundrisslösung 
  
sehr geschickt und gelungen ist — besonders die Anlage des Stiegenhauses ist gut erfunden und sehr wirkungsvoll. 
— Die Facade besticht durch die Vornehmheit der Formen, bei aller. Einfachheit derselben. 
Tafel 72 und 78. Zinshaus, Wien, I. Marc Aurelstrasse 8. 
Architekt Emil Bressler im Wien. Das Haus wurde im Jahre 1891 auf 
den Gründen des ehemaligen Polizei-Gefangenhauses als Mieth- und 
Geschäftshaus erbaut, und zwar so, dass Souterrain, ”arterre, 1. und 
2. Mezzanin zu geschäftlichen Zwecken ausgenützt erscheinen, während 
die drei oberen Geschosse Wohnungen enthalten.. Die Baufläche ist im 
Parterregeschoss bis auf einen kleinen unverbauten Lichthof beinahe 
vollständig ausgenützt, die übrigen Stockwerke sind jedoch zurückgesetzt. 
Alle Räume sind licht und hell, somit zweckmässig angelegt. Ein Auf- 
zug ist für Zwecke der Wohnparteien vorhanden. 
  
Tafel 74. Conocurrenzproject (I. Preis) für ein Sparcasse- 
gebäude in Aranyos-Maröth. Architekt Yosef Feledi in Budapest. Laut 
| Programm waren im Parterre unterzubringen: das Steuer- und das Post- 
| amt und drei bis vier Geschäftslocale; im ersten Stock benöthigte die 
hate 4} { | Sparcasse einen grossen Saal, ein Directorzimmer mit Vorzimmer, resp. 
| 1 Zimmer für die Diener; ausserdem waren gewünscht drei Wohnungen 
und. aus zwei Zimmern und Vorzimmer. bestehende Amtslocalitäten, 
welch letztere derart anzulegen waren, dass später die Umgestaltung‘ zu 
einer kleinen Wohnung leicht möglich sei. Es war ferner gewünscht, 
dass der Eingang zum Steuer- und Postamte nicht direct von der: Gasse, 
sondern‘ links und rechts von der Einfahrt aus 
sein sollten. Beide Aemter sind in dem Neben- 
gassentract, während in dem werthvolleren Haupt- 
tract die vier Gewölbe untergebracht sind, die ver- 
hältnissmässig mehr Zins tragen. Von der Einfahrt 
links ist das Steueramt und rechts das Postamt. 
Der Eingang in der Nebengasse ist ein dreitheiliger, 
an welchem der mittlere als Wageneinfahrt, die 
zwei seitlichen. als Passage für Fussgänger benützt 
werden. Die Seiteneingänge sind ‚vier Stufen hoch 
über die Einfahrt gehoben, wodurch das Ueber- 
fahren ausgeschlossen ist. Von der Hauptstrasse 
ist auch ein Eingang, derselbe ist aber bloss für 
Von: Fussgänger bestimmt und führt in ‚den grossen 
Em des Hauptstiegenhauses, wohin auch der Gang. des Nebentractes mündet. Die Hauptstiege, welche in der 
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sich in der Ho A pf NSanEC: Ne Auptstiege beginnt mut einem gememmnscha icheN Steh | 
In der Höhe des Halbstockes in zwei Arme, damit diejenigen Personen, die in der: Sparcasse zu thun haben, 
Shen len, END Wohnungsmiether den rechten Arm benützen können. Die Amtslocalitäten der Sparcasse 
€ einen. 14:00. 27 lans 95 NAT RAT n 7 i Zi e r die Sparcasse- 
localitäten ist ein 00 Dreier N Com aa aber U a fenten Den GtE aterden dm Die Sea 
hat keine Canalıcar eiter Corridor ge egt, welcher als Warteraum für Cliente Zr Va SC 
n ation, ‚deshalb konnten nur trockene Closete angebracht werden, welche in einer Gruppe am 
Ende des 9 tidors placirt wurden. . N 
as Gebäude ist wegen des S a8sers nic srkeller i e Fläche is 98 1?” gross 
nach der bereits Men ne hen Sn a TE sata. 68.486 fl. be Ca 
bebauter Fläche Kostet N im 38 erhandlung betragen die Bauk Z 5 
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Schnitt durch das Zins- und Geschäftshaus in Wien, I. Marc Aurelstrasse 8, 
 
	        

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