Volltext: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 31, 1875)

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ist nicht das erste Glied in der Reihe der climatischen Aende- 
rungen, sondern das letzte und als solches das in sich noch 
unaufgehellte Resultat der ungeheuren Schwankungen zwischen 
Tertiär- und Quartärclima, das erst aus letzteren seine Erklärung 
finden soll. Der wirklich natürliche Weg wird somit der sein, 
dass wir das Tertiärclima, wie die Beobachtungen von Heer 
dasselbe dringend empfehlen, zunächst als gegeben an- 
erkennen; sodann wird der Wärme absorbirende Factor 
darzustellen sein; sodann das Clima der Gegenwart, als von 
diesem Wärme absorbirenden Factor der vorhergehenden Zeit noch 
wesentlich beeinflusst, aufzuhellen sein; damit beleuchtet sich 
dann der Ueberschuss der Wärme des Tertiärclimas im Ver- 
hältniss zum heutigen Clima. 
I. Vorbereitungsstadium der Veränderung des Clima. 
Die geognostische Beschaffenheit der arctischen Länder ist 
aus naheliegenden Gründen nur an den Küstenstrichen bekannt. 
Ueber dieselben theilt Heer (1. c. I, p. 4) interessante That- 
sachen mit (nach Riek). Die Grundlage von Grönland ist Gneiss. 
Auf diesem ruhen in Nordgrönland tertiäre Schichten, theils sehr 
mächtige vulcanische Tuffe, theils Braunkohlenlager, theils eisen- 
haltige Sandsteine. Die vulcanischen Tuffe erreichen theilweise 
eine Mächtigkeit von 2000—3000’; die verschiedenen tertiären 
Schichten wechsellagern miteinander. Auf der Insel Disko und 
Halbinsel Noursoak die gleichen Verhältnisse; auf Noursoak er- 
heben sich 5000—6000’ hohe Berge. 
Während die tertiären Schichten eine so beträchtliche Mächtig- 
keit zeigen, sind die Schichten aus älteren Formationen schwach 
vertreten. Auf der Melvilleinsel und Bäreninsel wurden Stein- 
kohlen, auf Spitzbergen auch andere Formationen gefunden, doch 
herrschen auch hier die tertiären Schichten vor. Sonst ist noch 
die Kreideformation im Schieferthon zu Komen und auf der Halb- 
insel Noursoak (Vorrede zum IT. B. der Polarflora) gefunden; 
auf Spitzbergen auch eine posttertiäre Ablagerung (Mytilusschicht) 
bekannt geworden.
	        
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