Volltext: Architektonische Monatshefte. Vereinigt mit Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst, IX. Band (1903)

  
  
  
  
Aber die dar- | 
auf von uns be- | 
suchte alte Stadt | 
Beauvais mit | 
ihren grossen | 
staatlichen Gobe- 
linwebereien bot | 
an alten Fach- | 
werkbauten eine | 
reiche Auswahl; | 
so gibt uns unter | 
anderen dieKopf- | 
leiste Fig. 7 eine | 
Reihe von orna- 
mentalen Holz- 
schnitzereien 
a über dem Erd- 
Dar geschoss eines 
alten Hauses in 
der Rue St. Lau- 
rent: 25. Die 
Verzierungen, 
zumeist Flach- 
ornamente, sind 
eine 
  
(11) Alte Häuser in der Rue de la manufacture in Beauvais. 
einfach konturiert ausgeschnitzt, vielmehr ausgekerbt; 
billige, dabei aber wirkungsvolle Behandlung, welche unter 
Vermeidung allzugrosser Bewegung ruhige Flächen ergibt. 
Die ältesten Holzhäuser in Beauvais stammen aus der. 
Anfangszeit der Renaissance, weil diese Stadt im Jahre 1560 
abbrannte und die gotischen Bauten fast gänzlich zerstörte. 
Ein weiteres Holzhaus in der Rue St. Pantaleon 33 mit 
Teilzeichnung der Hauseingangsthür bietet Fig. 8 u. 9; be- 
merkenswert sind bei dieser Fassade die sehr abwechslungs- 
reichen Muster der Fachwerkfächer. 
Sodann gibt Fig. 10 zwei alte nebeneinander stehende 
Holzhäuser aus der Rue de la manufacture nebst mehreren 
Teilzeichnungen der Stockwerksauskragungen, der Gefache, 
Fuss- und Firstpunkte des Daches. 
Bei dem einen rechtsstehenden Hause sind Kacheleinlagen 
in dem Fachwerkmuster des I. u. Il. Stockwerkes verwendet. Wie 
  
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(14) Südportal der Kathedrale zu Beauvais, 
ARCHITEKTONISCHE MONA ISHEFTE 
  
  
  
  
  
  
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(5) Holzhäuser am Markt in Reims, 
interessant diese beiden alten Bauten wirken, ist ersichtlich aus 
der photographischen Aufnahme. . (Fig. 11.) Aus derselben 
Stadt Beauvais stammt noch der in Fig. 12 skizzierte alte Fach- 
werkbau in‘ der Rue St. Pantaleon . (folgt im nächsten Heft). 
Anschliessend an diese Fachwerkbauten und: als: ver- 
schwistert .mit denselben führe ich noch einige Holzschnitz- 
arbeiten gleichfalls aus Beauvais hier an, wie das reiz- und 
stilvolle kleine Portal (Fig. 13) an einem Nonnenkloster in der 
Rue Philippe de Beaumanoir 8 mit‘ Teilzeichnung der Thür- 
füllungen, der Verdachungskrabbe und des Thürklopfers; dann 
das Südportal der grandiosen Kathedrale ebendaselbst (Fig. 14). 
Das Mittelschiff des Baues war im Innern noch 2 .m. höher 
als das Schiff des Kölner Domes, erreichte also die stattliche 
Höhe von rund 46 m, wurde aber beim Einsturz des auf der 
Vierung sitzenden Dachreiters zerstört. 
Augenblicklich steht von der stolzen Kathedrale nur noch 
das Querschiff und der Chor, welche jedoch allein schon 
die Gewaltigkeit der ganzen Anlage kundgeben und den kühnen 
himmelanstrebenden Geist ihres Erbauers, (Vgl. auch Fig. 15.) 
Auch das Nordportal am Kreuzschiff dieses Baues ist sehr reich 
ausgestattet. Die holzgeschnitzten Thüren desselben sind im 
. Gegensatz zum Südportal (Frührenaissance) mehr in gotischen 
Förmen gehalten, wie Fig. 16 zeigt, obwohl einzelne Spuren von 
Renaissance auch an diesen schon erkennbar sind. Die Zeichnung 
der Rückseite und einzelne 
Profildetails, sowie deren 
Masse geben eine genauere 
Darstellung der immensen 
Grössenverhältnisse. 
Unsere Reise führte 
uns dann nach Amiens, in 
dem wir an Fachwerkbau- 
ten nur wenig Bemerkens- 
wertes sahen; nur einige 
prächtig komponierte und 
gearbeitete Holzschnitze- 
reien erregten hier unsere 
Aufmerksamkeit; unter an- 
deren (Fig. 17) eine Orgel- 
emporenbrüstung in der 
Kirche St. Leu, von der 
Fig. 18: noch: die. Unter- 
ansicht der Decke zeigt. 
(Schluss folgt.) 
(15) Querschiff der Kathedrale zu Beauvais,. 
  
      
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
   
  
   
   
  
  
  
  
  
   
  
  
  
  
   
    
      
    
    
     
    
    
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
   
    
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
     
    
  
  
  
  
  
   
	        

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