Wenn auch Soole oder Kochsalz der einen oder der andern württembergischen
Saline schon analysirt ist, so fehlt es bis jetzt doch an einer
vollständigen zusammenhängenden Untersuchung der Soolen und der verschiedenen
Produkte aller unsrer Salinen; aber nur eine solche ausgedehnte
Arbeit gleichzeitig und nach demselben System von denselben
Händen ausgeführt, kann einen sichern Anhaltspunkt zur Vergleichung
der erhaltenen Resultate liefern, wozu die von verschiedenen Chemikern
zu verschiedenen Zeiten erhaltenen Resultate viel weniger geeignet
sind. Eine solche ausgedehnte Untersuchung ist kürzlich in Betreff der
Salinen der Preussichen Provinz Sachsen erschienen, und die vorliegende
Arbeit, welche ich dem Wunsche des hohen Kónigl Finanzministeriums
nachkommend unternahm, enthält nach ähnlichem Plan die möglichst vollständige
Untersuchung der Soolen des Stein- und Kochsalzes der Mutterlaugen
und Pfannensteine unserer Salinen.
Bei den Mutterlaugen mussten diejenigen Bestandtheile besonders
auch in’s Auge gefasst werden, welche bei der medicinischen Anwendung
derselben in Betracht kommen, und es musste desshalb besonders Sorgfalt
auf Auffindung des Jods und des Broms verwendet werden. Wenn
ich das Jod selbst bei der gróssten Concentration nicht in den Mutterlaugen
finden konnte, übereinstimmend mit Christian Gmelin, Degen,
und Sigwart, so habe ich anderseits Brom in allen unsern Mutterlaugen
auffinden können, in Uebereinstimmung mit den genannten Chemikern,
und auch mit Dr. Rieckher in Marbach, nur fand ich sehr kleine Mengen,
deren Bestimmung eben desshalb schwierig, aber nach den gewühlten
neuern Methoden sicher erreicht werden konnte. Durch Concentration
der Mutterlaugen erhielt ich Flüssigkeiten, deren Gehalt an fremden