Full text: Einladungs-Schrift der K. Polytechnischen Schule in Stuttgart zu der Feier des Geburtsfestes Seiner Majestät des Königs Wilhelm von Württemberg auf den 27. September 1854 (1854)

  
  
  
  
  
  
  
  
   
  
  
   
  
    
   
  
  
  
  
  
   
   
   
    
  
  
   
    
     
   
   
     
       
Vertical- 
pfosten. 
Rückblick. 
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Nun ist aber § > P; das Gesetz der Krüfte F weicht daher von dem der Biegungsmomente ab und ist 
für jede Flantsche ein anderes. Bei gleichfórmiger Belastung sind diese Gesetze durch zwei symetrische 
Curven dargestellt, welche, mit Beibehaltung derselben Maasstübe für die Abscissen und Ordinaten, den 
Scheitel mit jener Parabel gemein haben, hingegen im Uebrigen davon abweichen, und zwar die Curve 
der oberen Flantsche nach unten, die der unteren nach oben Ao) 
Die Kräfte in den Pfosten hängen sowohl von der Anordnung des Gitters, als auch von der Art 
und Weise ab, wie die Belastung daran angreift: allgemeine Formeln können desswegen hier nicht ge- 
geben werden. Gewöhnlich wirken diese Pfosten als Streben, um die Flantschen auseinander zu halten; 
so auch am Versuchsmodelle. Sie bilden dann wesentliche Verstárkungen des Gitters: denn denkt man 
sie hinweg, so sind die gepressten Stübe, welche jedenfalls nur geringe Festigkeit besitzen, mehr bean- 
sprucht als vorher. Fast bei allen neueren Gitterbrücken sind daher solche Pfosten, in Form von doppel- 
T-formigen Querverbindungen (Fig. 7), angebracht. Am nóthigsten sind sie an den Auflagern, damit 
durch den starken Druck von unten das Gitter nicht zusammengeknickt werde **), 
Durch die bisherigen Betrachtungen sind sowohl die Erscheinungen bei den Versuchen erklürt, als 
auch die Wege angedeutet, um in allen Fállen wo Verticalpfosten vorhanden sind ; die einzelnen Theile 
der Gitterbalken zu berechnen. Die Formeln 1 bis 8 besitzen in dieser Beziehung alle wünschenswerthe 
Allgemeinheit; wie sie jedem speziellen Falle anzupassen Sind, bedarf hier keiner weiteren Erlüuterung. 
Ein wesentliches Element bei allen diesen Rechnungen ist, wie man sieht, die Art und Weise, wie 
die Belastung angebracht ist, und es kommt hierbei nicht nur auf die Vertheilung derselben der Länge 
des Balkens nach, sondern auch darauf an, welche einzelne Constructionstheile unmittelbar die Last 
aufnehmen und in welcher Weise sie dann auf die anderen übertragen wird. Ohne auf alle diese Umstände 
Rücksicht zu nehmen, ist eine genaue Berechnung der hieher gehörigen Constructionen nicht möglich. 
$. 4. Folgerungen. 
Aus den oben mitgetheilten Versuchen ergeben sich, theils unmittelbar, theils auf theoretischem 
Wege, gewisse auf die Constructionsverhültnisse der eisernen Gitterbalken Bezug habende Anhaltspunkte. 
Einige von diesen enthalten nur vorher Bekanntes, andere sind neu; die wichtigeren sollen hier kurz 
  
von einander entfernte Punkte gleich vertheilt, so ist die geometrische Darstellung dieses Gesetzes nicht die Pa- 
rabel selbst, sondern ein darin eingeschriebenes Polygon, dessen Eckpunkte den Bel 
") Die Versuche stimmen hiermit überein. Um sich davon zu überzeugen, 
Werthe der Bruchgewichte der oberen Flantsche von den Bruchstellen 
s 
astungspunkten entsprechen. 
braucht man nur die reciproken 
aus als Ordinaten aufzutragen. 
Dem Mangel an solchen Verstürkungen ist ohne Zweifel die geringe Tragfähigkeit des seiner Zeit in 
zuzuschreiben. Die gepressten Stübe 
ark beansprucht seyn. 
Hannover untersuchten Gitterbalken - Modells (vergl. Eisenbahnzeitung, 1851) 
des letzten Feldes am Auflager mussten hier verbültnissmüssig sehr st 
  
 
	        

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